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Hiking Southwest - 230 km zu Fuß durch den Südwesten

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Dienstag

Sie ist schon beeindruckend, die gigantische Felsenlandschaft des Zion Nationalparks. Bei bestem Wetter quält sich unser Auto hinauf zum Tunnel und immer wenn die WoMos im Tunnel sind, dann heißt es warten. Gelegenheit, die Landschaft weiter zu genießen.

Immer schneller drehen sich die Räder, als wir auf der 89er in Richtung Page donnern. Die Vermilion Cliffs kommen in Sicht und damit wohl eines der schönsten Gebiete im Südwesten. Wir biegen ein in die House Rock Valley Road und das Rattern der Straße läßt sich weder langsam noch im schnellen Tempo abstellen. Tatort Buckskin Gulch Trailhead, - 6 Dollar pro Person und schon sind wir auf den Beinen. Der Eingang zur Gulch ist selbst am späten Vormittag mit leuchtendem Rot am Türrahmen beeindruckend, auch wenn sich der Canyon anschließend wieder weitet. Die Sonne, die immer höher steht, brennt unerbittlich und erzeugt hohe Temperaturen. Aber der farblichen Schönheit tut sie kaum weh. Links weg vom Trail und wir finden uns in einer sehr sandigen Wash wieder. Dort, wo der Wind den Sand hinweht und presst, geht es einigermaßen voran, ohne dass die Wanderschuhe im Sand verschwinden.

edmaiers_secret_07.jpg

Nach zweieinviertel Meilen sind wir mitten in den roten und weißen Brainrocks des Edmaiers Secret. Wir haben es uns nicht so toll vorgestellt. Brainrocksfelder findet man in dieser Gegend ja zur Genüge. Aber hier sind sie schon gewaltig und wie gesagt unerwartet schön. Ein paar tote Tiere liegen hier auch faul herum. Ich meine damit nicht Lebewesen, die in den weiten dieser Landschaft das Zeitliche gesegnet haben. Nein, es sind Steingebilde, die aussehen wie eine Raupe, ein Kokodil, eine Laus oder eine Schildkröte. Finnen, die wie das Rückgrat eines versteinerten Dinosaurier sich unvermittelt aus dem Boden erheben. Begeisterung!

Als wir wieder auf der 89er zurück sind, ist es nicht mehr weit bis zur Bobbahn. Ja, richtig gelesen! Der inzwischen sehr heiße Südwesten hat nicht nur viel, sondern ganz aussergewöhliche und spektakuläre Dinge zu bieten. Dort, wo so viele von uns auf eine Permit zur Wave hoffen, geht links eine steinige Dirtroad in Richtung White House Trailhead. Nach 1,6 Meilen, gleich nach der Wash, parken wir unser Auto. Und es sind nur 0,4 Meilen. Grauer und weißer Fels hat die Herrschaft übernommen. Aus Ketchup wird Mayonnaise. Und dann wird der Stein wie Schnee. Der Nautilus hat sich mit seinen Fangarmen in diesen Fels gebohrt und einen Slot hinterlassen, den wir noch nie gesehen haben. Wie eine Bobbahn geht es hinunter. Schneeweiße Windungen, durchzogen mit hellbraunen und hellgelben (Kufen-)Spuren. Es ist unglaublich, es ist einzigartig, es ist einfach nur toll. Zweimal sind wir runter und rauf und immer wieder fasziniert diese, zudem noch nicht sehr bekannte Lokation: The Nautilus!

nautilus_08.jpg

Der Abschied fällt schwer, aber wir sind hungrig nach mehr und nehmen den Weg kurz vor der Staatsgrenze nach rechts.

Aus einer Teerstraße, die den Namen nicht mehr verdient, wird eine sehr sandige Dirtroad und ganz oben wird sie auch noch ziemlich steil. Aber unser Allrad verrichtet souverän seine Arbeit und dann stehen wir mit dem Auto hoch oben über der US 89. Stud Horse Point: Weiße Hoodoos mit dunklen Kappen in namhafter Größe, bilden den Rahmen für den Blick auf den Lake Powell. Das Wasser hat sich leider seit Jahren zurückgezogen, aber auch so ist die Aussicht phenomenal. Und diese Hoodoos sind es auch. Es ist später Nachmittag und als Abschluß genau das Richtige.

stud_horse_point_03.jpg

Jetzt freuen wir uns auf eine Dusche, die Bar, etwas zu Essen und auf Christian. Ein netter Abend beschließt einen sehr schönen Tag im einzigartigen Südwesten.

Fortsetzung folgt ...

Nachdem die Bilder und etliche Hikes bereits online sind [siehe Updates], werden sukzessiv und parallel zu diesem Bericht die restlichen Wanderungen erstellt. Den Fortschritt könnt Ihr gut über die "Updates" verfolgen! Vorhandene Tip-Fehler werden erst nach kompletter Fertigstellung beseitigt ...

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Sondermeldung wegen starker Nachfrage :D

Hikebeschreibung "The Nautilus" ist online: Hier entlang und dann entweder über UPDATES oder das HIKE-Menü

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Hallo Fritz,

bei unserer Routenplanung hab ich ´ne ganze Menge Zeit für die Sucherei nach einer Wegbeschreibung verbracht... Und jetzt, wo ich alles zusammen hab, da lieferst Du wieder das Komplettprogramm mit Karten und Koordinaten. Aus Trotz geh ich jetzt aber nach meiner Beschreibung. :winki:

Trotzdem vielen Dank für Deine ganze Arbeit!

Gruß

Marco

Hast Recht Marco, mach das. Und wenn Du nicht weiter kommst, dann schnell ins Internet zu http://www.zehrer-online.de :sdanke:

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Mittwoch

Warum der Faraway Arch nicht nur zu den Zielen, sondern schon fast zu unseren Sehnsüchten gehört, ist objektiv kaum zu begründen. Gleichwohl gibt es einen Punkt, der dafür spricht und gegebenenfalls der Auslöser sein könnte. Er ist für uns nicht zu erwandern, da er von allen vier Seiten von fast senkrechten Klippen umgeben ist. Und ist es nicht oft so, dass es gerade das ist, was man nicht haben kann, was einen fasziniert?

Lieber Christian,

herzlichen Dank für Dein spontanes Angebot, uns zum Faraway Arch zu fliegen. Aber nachdem Spontanität nicht zu unseren Stärken zählt, wie Du ja gemerkt hast, und wir Dir auch nicht spontan "auf die Socken gehen" wollten, lass' es uns im Auge behalten und die nächsten Jahre realisieren. Wir haben weiter einen Traum, aber wir zählen weiter auf Dich und Deinen Vogel!

Und so machen wir uns bei herrlichstem Wetter auf den Weg, denn es ist noch nicht vorbei: Hiking Southwest! Der Sitting Lizard Arch liegt links neben der 98er und dort muss er auch bleiben. Mehrere Anfahrversuche scheitern, denn das Teil ist von den Indianern abgeschottet, d.h. jede Zufahrtsstraße ist verriegelt. Werdet glücklich!

Aber 27 Meilen weiter sieht das schon ganz anders aus. Wir fahren im Indianergebiet solange bis uns Steinstufen stoppen.

eggshell_arch_04.jpg

Immer weiter der Dirtroad entlang, durchstreifen wir das Land der Navajo. Schön ist es hier. Die Aussicht ist gigantisch und so vergehen die Meilen nur so im Flug. Aus dem Sandgewusel wird am Ende ein Hike über eine Felskuppe. Von dort oben wirkt der Toenleshushe Canyon noch klein. Aber je näher wir kommen, desto mächtiger wird diese Schlucht. Knapp drei Meilen sind vergangen und wir stehen fast ehrfurchtsvoll vor dem Eggshell Arch. Es ist unbeschreiblich, wie dieser große Steinbogen diese gewaltige Tiefe überspannt. Der Wind pfeift von unten wie durch einen Kamin. Die Fotos, die wir kennen, geben kaum wieder, welch ein gigantisches Gebilde dieser Arch ist. Top!

Kurz nach dem Abbiegen von der 160er auf die Indian Road 6731 entdecken wir auf der rechten Seite unseren eigenen Blue Canyon. Fast zaghaft entschlüpfen hier toll geformte und gezeichnete Formationen die Badlands. Rot und weiß, wobei das Weiß einen bläulichen Stich hat, stehen sie da. Leider sind die Tuba Blues umgeben von Müll, aber das wollen wir nicht weiter erörtern.

tuba_blues_04.jpg

Wie mit Schleifpapier bearbeitet, erinnern sie an Holzwerkstücke moderner Möbeldesigner. Schiffe, die ihre Segel gehisst haben und in die Weltmeere hinaus ziehen oder einfach nur Stühle, die geeignet wären, uns älteren Menschen die ein oder andere Stunde Schlaf zu gönnen. Die Tuba Blues muss man sehen, wenn man auf dem Weg ist.

tuba_arch_02.jpg

Auf dem Weg und nur ein paar Meter weiter, passieren wir eine Brücke, die nicht besonders vertrauenserweckend ist. Aber sie hat uns ausgehalten, so das wir unbeschadet am Trailhead zum Tuba Arch ankommen. Das Auto parkt neben der Straße, die ist breit genug. Von weitem donnern die Maschinen der Sewage Deposal Ponds. Wir sind in der Moenkopi Wash, die noch so viele tolle Ziele bereit hält. Und wir marschieren nur 0,3 Meilen einen Seitencanyon hinein und sind am Tuba Arch. Gebrechlich sieht er aus, der Bursche. Das wird wohl nicht mehr lange gut gehen. Aber am Boden hat er sich zumindest geschützt, denn diese ekligen Stachelsträucher, längst abgestorben und Spielball des Windes, liegen überall. Aber sie können uns nicht aufhalten! Ringsrum sprießen die Zipfelmützen nur so aus dem Lehm heraus. In ein paar Jahren kommen wir zurück.

Der Wald brennt, als wir kurz vor den Toren von Flagstaff sind. Hubschrauber kreisen und versuchen den Kampf zu gewinnen. Es wird noch länger rauchen, aber zumindest hier haben sie die Brände unter Kontrolle. Unser Hotelzimmer hat (auch) einen Raucherbalkon und dabei entdecke ich gleich gegenüber ein nettes Lokal (1899 Bar & Grill). Bier und Wein, das schmeckt fein, Wein und Bier, das rat' ich Dir! Das Abendessen war sehr gut.

Fortsetzung folgt ...

Nachdem die Bilder und etliche Hikes bereits online sind [siehe Updates], werden sukzessiv und parallel zu diesem Bericht die restlichen Wanderungen erstellt. Den Fortschritt könnt Ihr gut über die "Updates" verfolgen! Vorhandene Tip-Fehler werden erst nach kompletter Fertigstellung beseitigt ...

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Aber nachdem Spontanität nicht zu unseren Stärken zählt ...

macht nichts ... ein altes Vorbucher-Herz kann man eben nicht spontan umstimmen ... ;)

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macht nichts ... ein altes Vorbucher-Herz kann man eben nicht spontan umstimmen ... ;)

Genau so ist es! Bitte funk rechtzeitig durch, wenn ich buchen kann :sbitte:

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Donnerstag

Wir sind nicht nur nach Flagstaff "ausgewandert", weil wir ein bisschen Zivilisation wollten. Nein, bisher war uns kein vernünftiges Hotel in Tuba City bekannt. Aber es gibt jetzt offensichtlich eines, das nicht nur von aussen ganz ok aussieht, sondern auch im Netz gute Kritiken erntet. Egal, wir sind auf alle Fälle wieder da, fahren bis kurz vor die Elefantenfüße, was die kennt Ihr nicht, und rechts ab Richtung Blue Canyon. Blöde Entscheidung, denn die Straße von Süden wäre viel besser gewesen. Und so rattert es unaufhörlich und keine Geschwindigkeit der Welt kann die Vibrationen eleminieren. Nach 16,5 Meilen auf dieser Elendspiste sind wir an der Zwergenarme, die mit ihren roten Zipfelmützen aussieht, wie die Invasion bei Herr der Ringe, Teil schießmichtot!

Vorbei an den fünf Padres, die inzwischen weniger geworden sind, weiter die Dirtroad nach Osten. Immer tiefer kommen wir in die Moenkopi Wash und irgendwann versperrt ein Seitenarm den Weg. Aber wir sind eh weiter gekommen, als wir dachten.

Pillars of Hercules, also die Steinsäulen des Giganten, die sind unser Ziel. Was wir kannten war ein Hinweis in der topographischen Karte, sonst nichts. Also marschieren wir querfeldein runter in den Seitenarm, dann wieder rauf und zwischen Sträuchern weiter und immer weiter. Ein kleines Problemchen steht an. Der GPS-Punkt ist genau auf der anderen Seite der Hauptwash. Und wer die kennt, der weiß, dass es hier rund drei bis fünf Meter abwärts bzw. aufwärts geht und zwar in der Regel fast senkrecht. Wir suchen nach einem Abstieg und finden ihn auch. Gut, das bisschen Sand in den Schuhen, wen stört's. Und drüben wieder rauf, was noch ekelhafter war. One step up and two steps down. Natürlich nicht immer, sonst würden wir ja rückwärts gehen. Aber schön war das nicht. Auf alle Fälle kommen wir oben an und da steht tatsächlich eine fette Steinsäule. Die ist aber eher belanglos, ich will jetzt nicht das Wort häßlich in den Mund nehmen, und eigentlich ist es nicht vorstellbar, dass etwas in der Karte eingezeichnet ist und so trivial aussieht. Wir erkunden dann noch einen Seitencanyon, aber so ein richtiger Tatort ist und wird das nicht.

pillars_of_hercules_01.jpg

Enttäuscht kehren wir zurück. Und als wir am Auto sind entdecken wir gegenüber, also leider wieder auf der anderen Seite der Hauptwash, die Brüder und Schwestern der Wahweap Hoodoos, auch bekannt als die White Ghosts. Problem, dort wo man runter kommt, versperren die ekligen Stachelsträucher den Weg. Mit etwas hüpfen kommen wir dann hinter den Teilen raus und zurück wird es schon irgendwie gehen. Wir queren das Flussbett und kämpfen uns durch Buschwerk, um einen Aufstieg zu finden. Es hat etwas gedauert, aber dann sind wir hochgekrabbelt. Und nun stehen wir vor diesen hohen Steinsäulen. Es sind drei große und der schönste Hoodoo ist so glatt geschliffen, dass man fast meint, es ist der Hals von Nessie. Loch Ness kennt ihr doch, oder? Wir haben die Pillars of Hercules tatsächlich noch gefunden. Und dem Kartografen wünsche ich Blasen an den Füssen. Fazit: Diese Hoodoos sind toll und wir danken Hercules, dass er sie hier deponiert hat.

pillars_of_hercules_12.jpg

Ein kurzer Spaziergang durch die Historic Town von Flagstaff bringt nichts besonderes zu Tage, außer die Lumberyard Brewery. Essen war typisch, aber gut! Das Weißbier war ... bäh!

Fortsetzung folgt ...

Nachdem die Bilder und etliche Hikes bereits online sind [siehe Updates], werden sukzessiv und parallel zu diesem Bericht die restlichen Wanderungen erstellt. Den Fortschritt könnt Ihr gut über die "Updates" verfolgen! Vorhandene Tip-Fehler werden erst nach kompletter Fertigstellung beseitigt ...

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Die Hikebeschreibungen zu den "Pillars of Hercules" und zur "Fire Wave aka. Rainbow Wave" sind nun online!

Zehrer Place und dann über UPDATES oder über das HIKE Menü

Freitag

My famous last words

Are laying around in tatters

Sounding absurd

Whatever I try

But I love you

And that's all that really matters

If this is good bye

If this is good bye

Mark Knopfler und Emmylou Harris haben hier natürlich nicht die Natur des Südwestens besungen, aber heute ist der Tag, um Good Bye zu sagen. Einen kleinen, aber schönen Hike haben wir zwar noch, aber erst am Sonntag. Als Erstes machen wir unser Auto hübsch. Die University Carwash ist teuer, aber wir wollen doch adrett in Las Vegas erscheinen. Endlich Stadt, endlich Leben. Wir freuen uns sehr!

Fortsetzung folgt ...

Nachdem die Bilder und etliche Hikes bereits online sind [siehe Updates], werden sukzessiv und parallel zu diesem Bericht die restlichen Wanderungen erstellt. Den Fortschritt könnt Ihr gut über die "Updates" verfolgen! Vorhandene Tip-Fehler werden erst nach kompletter Fertigstellung beseitigt ...

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Freitag

My famous last words

Are laying around in tatters

Sounding absurd

Whatever I try

But I love you

And that's all that really matters

If this is good bye

If this is good bye

Mark Knopfler und Emmylou Harris haben hier natürlich nicht die Natur des Südwestens besungen, aber heute ist der Tag, um Good Bye zu sagen. Einen kleinen, aber schönen Hike haben wir zwar noch, aber erst am Sonntag. Als Erstes machen wir unser Auto hübsch. Die University Carwash ist teuer, aber wir wollen doch adrett in Las Vegas erscheinen. Endlich Stadt, endlich Leben. Wir freuen uns sehr!

Als die Geschichte der Route 66 in den 1920er Jahren begann, war sie die einzigartige Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen der USA. Heute hat sie die Interstate 40 fast platt gemacht. Die Hinweisschilder auf die Historic Route sind wohll noch das Interessanteste, was es in dem Zusammenhang zu sehen gibt. Die kläglichen Versuche, den Mythos weiter aufrecht zu erhalten, bestaunen wir gerade in Seligman. Horden von Bussen karren die Touristen an den Ort und einige altgediente Harleyfahrer verstehen sich als geschichtliches Beiwerk. Sorry, ich finde, es mutet fast lächerlich an. Aber es ist in Ordnung, wenn sich ein paar Geschäftsleute mit Nepp ein paar Dollar verdienen wollen. Wir haben auch was gekauft.

Die Wüste wartet und der glühend heiße Planet brennt unerbittlich auf das ausgedörrte Land. Aus Wiesen und Wäldern werden in kürzesten Abständen Sand, Steine und ausgetrocknete Seen. Die Täler und ehemaligen Wasserlöcher hat der Wind mit Sand zugeschüttet und zu vollkommen flachen Ebenen geformt. Sandteufel ziehen als Minitornados durch die Luft. Ja, so kündigt sich Las Vegas an. Wir rasten am Trailhead zum Liberty Bell Arch. Erst vor zwei Jahren haben wir die tolle Wanderung gemacht und der White Rock Trailhead war damasl noch eine Steinebene. Heute, nachdem die US 93 im Zuge der Brücke über den Hoover Dam renoviert ist, ist er ein geteerter Parkplatz, der den Dingern vor dem Walmart in keinster Weise nachsteht. Hinweistafel und Schilder verraten dem Interessierten, wohin er wandern kann und was es zu sehen gibt.

usa_2011_10.jpg

Wir schnaufen die Treppe zur Brücke über den Hoover Dam hoch. Hunderte von Gleichgesinnten begleiten uns. Nun liegt die Talsperre weit unter uns. Ein toller Blick auf den Lake Mead, die Berge und den Damm. Der Wind pfeift stark und hörbar herauf, die Autos donnern zwei Meter neben dem Fußweg in Richtung Las Vegas. Und das werden wir jetzt auch tun. Zwar war noch eine Wanderung in den Goldstrike Canyon eingeplant, aber wir brauchen jetzt diese Stadt und sind auf das neue Cosmopolitan gespannt. Vor allen Dingen, ob unsere Bemühungen, einen Blick auf die Seite des Comer Sees (Bellagio) zu ergattern, Erfolg hatten.

Nomaden wandern mit ihren Kamelen tagelang durch die Wüste und unten im Tal sehen sie die grüne Oase, die das lebensrettende Wasser hat, das sie so notwenig brauchen. So ist es, das Gefühl, wenn man auf die Stadt zufährt. Zwar ist Las Vegas alles andere als grün, aber für das Feeling reicht es allemal. 2010 hat das Comopolitan, nachdem die Deutsche Bank nachgeholfen hat, endlich seine Pforten geöffnet und das neue City Center nähert sich seiner Fertigstellung. Und als wir unsere geräumige Suite betreten wird eines klar. Die Entscheidung, die guten Eröffnungsangebote zu nutzen, war richtig. Ein riesiger Balkon, etwas, was es in Las Vegas noch nie gab, Blick auf die Fountains des Bellagios, einfach nur toll. Als wir die Balkontüre öffnen und der warme Wüstenwind ins Zimmer schleicht, sind wir einfach nur begeistert.

usa_2011_11.jpg

Das erste Bier an der Vesper Bar, gutes Essen im Spago und dann dröhnt die Musik der Wasserspiele auf unseren Balkon. Nach über vier Wochen pure Natur haben wir uns das verdient.

Samstag

Hiking Las Vegas: Durch die Hotels, die Geschäfte und die Bars. Relaxen am Pool unter (künstlichen) Palmen, ein Buch lesend, welch ein Gegensatz. Und abends waren wir im Golden Nugget am alten Strip im Charthouse. Das Essen war fantastisch.

Und als wir spät abends wieder auf unserem Balkon sitzen, dringt die Hektik des Las Vegas Strips, Hupen, Gegröle, Polizeisirenen, zu uns herauf. Jedoch immer wenn sich die Wasserspiele in Bewegung setzen, ist es nur noch wie im Konzertsaal, - erste Reihe versteht sich.

Fortsetzung folgt ...

Bilder und Beschreibungen der Wanderungen (Hikes) sind komplett online! http://www.zehrer-online.de und dann im Menü über UPDATES bzw. BILDER oder HIKES

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Sonntag

Der DJ am Pool nervt! Wir haben genug und ziehen uns auf den Balkon zurück. Die Hikerklamotten stehen bereit, denn heute wollen wir im Valley of Fire noch zwei Wanderungen machen. Durchaus motiviert machen wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg. Windy Windows, nein, keine neues Betriebssystem von Microsoft, sondern ein Arch. Die elende Dirtroad ist fast 8 Meilen lang, wir sind eine dreiviertel Stunde unterwegs. Und der Trail war leider nicht viel besser. Aber schön ist es hier, auch wenn die Farben der Felsen die uns eingekreist haben, nicht so intensiv sind, wie die Hauptattraktionen im Feuertal. Just, als unsere Füße die Trägheit von Las Vegas abgeschüttelt haben, ist der Weg durch ein enges Tal versperrt. Gigantische Felsbrocken stellen sich in den Weg. Es wäre mühsam und zeitraubend geworden. Um unser nächstes Ziel, die Fire Wave, noch rechzeitig vor Sonnenuntergang zu erreichen, brechen wir die Wanderung ab. Unser toller Mitsubishi bringt uns wohlbehalten zurück auf die Straße und ins Valley of Fire.

Die Zahlstation hatte schon geschlossen, - und wir haben natürlich nicht das passende Kleingeld dabei. Es versteht sich von selbst, dass wir mehr bezahlt haben.

Als die Sonne sich immer weiter dem Horizont nähert, beginnt das Feuer im Tal. Glühend rote Felsen leuchten uns entgegen und als wir im Gebiet der Rainbow Vista ankommen, wird aus dem Rot ein Lila, ein Gelb und ein Weiß. Es ist schon eine aussergewöhliche Lokation hier und es steht den Coyotes Buttes oder der White Pocket nicht nach.

usa_2011_12.jpg

Durch einen kleinen, sandigen Slot geht es nur 15 Minuten zur Wave. Ein versöhnlicher Abschluß. Wir sitzen in der Welle und die rot-weißen Streifen, die sich wie ausgedrückte Zahnpasta zur Krone der Welle bündeln, sind einfach nur toll. Langsam frißt der Schatten die Rainbow Wave auf. Wir genießen die Stille der Natur, nur kurz "stört" ein Holländer, und diesen krassen Gegensatz zum hektischen Las Vegas. Die Golden Hour nimmt sein Ende und wir nehmen unseren Hut.

fire_wave_01.jpg

Nein, wir wollen niemanden kennenlernen, aber der Ober im Mastro's Oceanclub meint unbedingt, dass wir wissen müssen, dass am Nachbartisch Münchner angekommen sind. Der Hammer ist, wir haben die Leute gekannt. Das Essen war nicht gut und wie schon letztes Jahr viel zu viel.

Fortsetzung folgt ...

Bilder und Beschreibungen der Wanderungen (Hikes) sind komplett online! http://www.zehrer-online.de und dann im Menü über UPDATES bzw. BILDER oder HIKES

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Montag

Obwohl wir durch die Hotels gegangen sind, dort, wo die Klimaanlagen ein angenehmes Ambiente erzeugen, sind wir durchgeschwitzt, als wir in der Fashion Mall ankommen. Und der Rückweg, vollbepackt mit Tüten, war nicht minder heiß. Die Mexikaner schnalzen mit Ihren Zetteln und Zeitschriften den Strip entlang. Von allen Seiten ertönt ein "Icecold water, one Dollar!" und wir sind froh, als wir unser Hotel erreichen.

Das Abendessen im Carnevino im Palazzo war überteuert und eine Frechheit. Die Beilagen haben extra Preise und selbst die Soße hat gesondert gekostet. Die Nachspeise, eine Pina Colada an der La Siena Bar im Venetian, war dann schon besser. Und dass am Ende des Tages noch eine Strawberry Margharita von Fat Tuesday her musste war klar, nachdem so viele USA-Freunde von dem Teil schwärmten.

Dienstag

Das Premium Outlet am Charleston Boulevard gehört für uns die letzten Jahre zum Pflichtprogramm. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Parkhaus, 3. Stock, rechts neben der Aufzugstür ein riesiger Abfalleimer steht. Der Eimer ist es nicht, der vielleicht neugierig macht, aber dessen Inhalt. Meine Wanderschuhe werden den Rückweg nach Deutschland nicht mehr antreten. Gibt es eine passendere Stelle, um ihnen den Todesstoß zu versetzen?

Pokern an einer der vielen Bars macht Spaß, man kann nicht viel verlieren, bekomme umsonst seine Drinks und wir sind 40 Dollar im Plus. Leider reicht das für das Abendessen im Alize on the Top nicht aus. Hier oben im Palms gibt es zum guten Essen auch einen fantastischen Ausblick auf die Stadt. Und erst zur Nachtzeit wird deutlich, wie weitläufig Las Vegas inzwischen ist. Nur die Berge begrenzen die rasante Ausdehnung und im Hintergrund thront die größte Straßenlaterne der Stadt kugelrund: Der Mond!

Die letzte Fountainshow beendet nicht nur das Programm des Bellagios. Nein, auch unser Urlaub neigt sich dem Ende, denn morgen geht es zurück nach Los Angeles. LAX is waiting!

Mittwoch

Guten Morgen Las Vegas!

usa_2011_13.jpg

Nachdem wir in Paris die letzten Eier, vielleicht auch die ein oder andere Träne verdrückt haben, geht das Packen ganz flott. Wir müssen Gott sei Dank nicht auf das Gewicht unserer Koffer achten, denn wir haben uns mit Meilen einen Rückflug in der Business verdient.

Fortsetzung folgt ...

Bilder und Beschreibungen der Wanderungen (Hikes) sind komplett online! http://www.zehrer-online.de und dann im Menü über UPDATES bzw. BILDER oder HIKES

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Hallo Fritz, habe immer mitgelesen und gefallen hat es auch... ich hoffe man darf das jetzt noch so ganz analog sagen ohne den neuen Knopf zu druecken ... der ist mir auf den ersten Blick zu facebookig ... ;)

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Uii, neuer Knopf - ein Traum. Ein bayrisches vergelt's Gott an alle - Die Planung 2011 beginnt ;-)

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Uii, neuer Knopf - ein Traum. Ein bayrisches vergelt's Gott an alle - Die Planung 2011 beginnt ;-)

ja ja, die bayrische Zeitrechnung ... :winki:

:buds:

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Hallo Fritz,

ich hab auch interessiert mitgelesen und mich gewundert, wieviele tolle Ziele es in der Gegend noch gibt!!! Stoff für noch viele Reisen!

Danke für den Bericht!!!

LG Annika

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