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Schüleraustausch USA - wer kann berichten???


Doris
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Hallo zusammen,

das Thema Schüleraustausch wird für unseren Sohn nun langsam aktuell. Hat jemand von Euch Erfahrungen gemacht mit Organisationen, die einen Austausch anbieten oder eine Gastfamilie vermitteln? Ein halbes Jahr ist uns - bei verkürztem Abitur in NRW - zu lang. Die Frage ist, ob überhaupt die Möglichkeit besteht, den Aufenthalt auf 3 Monate zu begrenzen. Wir hören so oft von Gastschülern, die wegen Problemen mehrfach die Familie und die Schule wechseln müssen - das möchten wir unbedingt vermeiden. Unsere Erfahrungen mit Sprachreisen der Kinder in Europa haben auch gezeigt, dass die Organisation der Reisen oft nicht so klappt wie versprochen. Kennt jemand eine Organisation, die einen richtigen Austausch vermittelt, so dass die Familien sich vorab schon kennen lernen und das Kind aus der amerikanischen Familie dann auch zu uns kommt? Im voraus vielen Dank für Eure Hilfe.

Viele Grüße

Doris

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Hallo Doris,

ich kann dir zwar nicht aus eigener Erfahrung berichten, da sich das Thema bei uns erledigt hat. Allerdings kann ich nachfühlen, dass das ein ziemlich schwieriges Thema ist. Meine Tochter wäre gerne für ein Jahr nach Japan gegangen und wir haben uns daher mit einem Austausch fast 1 1/2 Jahre beschäftigt. Wir hatten zuerst die Organisation "AYUSA" ins Auge gefasst und dort auch an einem Info-Termin in Essen teilgenommen. Dort sollten eigentlich auch gerade zurück gekommene Austauschschüler vor Ort sein, war aber leider nicht so. Daher war das eine reine Info-Veranstaltung ohne wirkliche "Erfahrensberichte". Über (Internet)-Kontakte mit Jugendlichen aus ganz Deutschland hat meine Tochter dann versucht, mehr über die verschiedenen Veranstalter zu erfahren. Ich habe natürlich auch übers Internet versucht, Infos zu den Veranstaltern zu finden. Aber das ist natürlich immer schwierig, was den einen gefallen hat, ist für die anderen negativ usw.

Katharina hat dann positive Meldungen über "YFU" in Hamburg bekommen und sich letztendlich auch dort beworben. Eigene Erfahrungen gehen aber leider nur bis zur Bewerbung. Dort gibt es zumindest für Japan auch 3-Monats-Programme. Vielleicht wird das für USA ja auch angeboten.

Von einem "richtigen Austausch" der Schüler habe ich bisher noch nichts gehört. Ich werde mal meine Tochter fragen, ob sie da was zu weiss.

Ich wünsche euch auf jeden Fall schonmal viel Erfolg bei der Suche.

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Hallo Heike,

es ist wirklich nicht einfach, hier eine Entscheidung zu treffen. Unsere Überlegungen gehen fast in die Richtung, den Austausch selbst zu organisieren. Wir möchten wirklich wissen, in welches Umfeld wir unser Kind geben. Ob das so einfach möglich ist - keine Ahnung - vielleicht hat das ja jemand mal gemacht und kann berichten. Die von Dir genannten Organisationen werden wir uns auf jeden Fall mal anschauen - danke!

Viele Grüße

Doris

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Guest Mrs. ABC

Leider kann auch ich Dir keine konkreten Namen nennen sondern auch nur aus zweiter Hand berichten ..

Zum Einen lege ich Dir das www.talkaboutusa.de Forum nahe. Dort sind viele Auswanderer, Aupairs, Studenten, die bzgl. Organisationen schon eher etwas sagen können.

Hier meine zwei Cents:

a) ich war zum Schüleraustausch, aber nur 3 Wochen und damals lief das als Partnerprogramm zwischen meiner, einer weiteren deutschen und der US-Schule. Gibt es sowas vielleicht bei Euch in der Nähe?

B) wie Du schon geschrieben hattest sind zum Einen die Versprechungen der Organisationen und das, was am Ende wirklich gemacht wird, sehr unterschiedlich. Zum Anderen sind Dinge, die "dem einen" gefallen sind für den nächsten ein Graus...

Ich kann nur sagen, dass der/die AustauschschülerIn schon recht selbstständig sein sollte bzw. wirklich offen und nicht scheu gegenüber neuen Erfahrungen, Leuten, "Kultur" usw. Aber ich glaub, das ist selbstverständlich ;)

Bisher habe ich über die Austauschorganisationen, wenn man dann mal da ist, nicht soviel gutes gehört.. Von Kontrollfreaks (Beispiel "nicht mit Deutschen treffen da man ja nurnoch Englisch sprechen soll") bis "kümmert sich garnicht mehr" ist alles dabei gewesen.

Privat einen Austausch organisieren könnte schwierig werden hinsichtlich des Visums.

Bei Freunden von mir hat es geklappt, aber sie ist dann auch in der Zeit bei Verwandten untergekommen. Sie ging aber nur 3 Monate (inkl High School) glaube ich; ggf. geht das noch mit dem Visa Waiver Program ?(

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Ich war Austauschschueler - ist aber schon ein paar Jahre her ... aber hier meine 2 cents:

Dass Austauschschueler totungluecklich sind und serienweise Schule und Familien wechseln muessen scheint ein Phaenomen der Neuzeit zu sein, ob das an den Familien liegt, den Organisationen oder den Kandidaten ... wer weiss? Klar - das Ganze haengt extrem von der Familie und dem Umfeld ab - die einen treffen es besser und andere wieder nicht so ... ob aber die Wahl der Organisation eine super Gastfamilie garantiert?

Ich denke das ist eher Glueckssache - aber man muss auch das beste draus machen. Ich hab's jedenfalls super getroffen und eine total unspiessige Familie erwischt (da hier Eltern mitlesen spare ich mal mit Details). Wir treffen uns heute noch (paar'nzwanzig Jahre spaeter) mehrmals pro Jahr. Die Organistionen selbst sind ja eher alle spiessig - das bringt das Wort 'Organisation' ja schon mit sich ... ein Regelwerk, was sich niemand vorstellen kann ... :tired: ... na ja - Eltern mag sowas ja gefallen ...

Ich kanns aus eigener Sicht nur weiter empfehlen - 3 oder 6 Monate empfinde ich aber als zu kurz! Ich hatte definitiv eine super Zeit!

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Meine Zeit als Austauschschüler ist zwar auch schon ein Weilchen her, aber ich hatte damals Glück mit meiner Familie und es hat auf Anhieb gepasst. (Wir haben heute noch Kontakt :) )

Selbst wenn man sich vorher schreibt, telefoniert oder mailt, heißt es noch nicht, dass es später beim Zusammenleben wirklich klappt. Einige andere aus der Umgebung haben Familie getauscht - was ja auch nicht wirklich ein Problem ist.

Klar müssen sich die Kinder an Regeln halten, die der Gastfamilie, der Schule und die der Organisation (und das waren ja wirklich nur minimal Geschichten), aber wer muss das nicht und man soll ja auch in die Familie integriert sein. Manchmal war es auch für die Jugendlichen einfach schwer zu begreifen, dass es eben in anderen Familien anders läuft - das muss jetzt nicht besser oder schlechter sein, aber einfach anders.

Ich wurde genau wie die beiden Kinder der Familie behandelt (die waren 1 Jahr älter bzw. 2 Jahre jünger), mit den selben Rechten und Pflichten - also auch mithelfen im Haushalt (wie man es Zuhause auch tut) wurde einfach auf 3 aufgeteilt. Finde ich ok. Genauso wie ich aber auch ein Auto zur Verfügung hatte und mich mit anderen treffen konnte wann immer ich wollte (Führerschein an der Schule gemacht :hihi: ). Ich hatte das Glück und wurde generell als 3. Kind von allen gesehen, auch von Tanten, Großeltern etc. und so wurden statt für 2, plötzlich Weihnachtsgeschenke und Geburtstagsgeschenke für 3 geschickt :D

Eine dt. Austauschschülerin im Nachbarort wurde jedoch laufend als Babysitterin und Haushaltshilfe von ihrer Gastfamilie herangezogen, da haben klärende Worte der Organisation mit der Familie geholfen. Eine andere Austauschschülerin hat sich einfach nicht mit der Gastschwester verstanden und hat darum getauscht. War auch nicht weiter ein Problem. Dinge die man trotz guter Vorbereitung vorher nicht ausschließen kann.

Wir Austauschschüler haben uns auch untereinander getroffen - auch offiziell organisiert, aber genauso Freunde an der Schule gefunden - so wie es sein soll. Es gab keine Vorschrift, dass man sich nicht mit anderen deutschsprachigen treffen darf, sondern es hat generell geholfen wenn mal jemanden das Heimweh gepackt hat. Es kommt halt auf die ausgewogene Mischung an. Ich hatte sicher mehr Kontakt zu den einheimischen Jugendlichen.

Die Organisation war durch lokale "Vertreter", selber eine ehemalige Gastfamilie, vor Ort - also im County. Die haben sich mittelprächtig um alles gekümmert, ein Kontakt zur nationalen Vertretung wäre aber auch problemlos möglich gewesen.

Privat organisieren könnte meiner Meinung nach etwas schwierig sein - Stichwort Visum.

3 Monate finde ich etwas kurz - naja eigentlich viel zu kurz. Man möchte ja wirklich etwas von Land & Leuten - also das tatsächliche Leben in der Familie und der Schule mitbekommen. Ich war ein ganzes Jahr drüben und bereue es nicht. Sicher, ich habe ein Schuljahr hier verloren, aber ich habe es nie bereut und bisher hat es mir eher im Lebenslauf geholfen wie geschadet ;) In 3-6 Monaten bekommt man vieles gar nicht mit, gerade bei 3 Monaten hat man sich eben erst wirklich eingelebt und Fuß gefasst (nicht nur in der Familie sondern auch in der Schule), schon ist man wieder weg. Ich möchte gar nicht daran denken was ich da alles verpasst hätte....

Klar auch meine Eltern waren etwas skeptisch bei so einem langen Zeitraum, aber sie haben es überlebt *ggg*

Vorlaufzeit von dem ganzen war sicher über ein Jahr - mit Auswahl der Organisation, Infoabende, Bewerbung etc....

Eine Klassenkollegin hat etwas über 2 Monate vor Abreise das Handtuch geworfen, der Mut hatte sie verlassen.

Ich war später während dem Studium noch einmal im Ausland (Norwegen)und hatte mich wieder für ein ganzes Jahr entschieden - und ich denke auch hier, daß es eine gute Entscheidung war.

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Danke für Eure Berichte. Ihr habt wohl recht, 3 bis 6 Monate sind zu kurz. Was die Gastfamilien betrifft hört man oft sehr abenteuerliches. Das ist wirklich Glückssache, wenn man den Schüleraustausch über eine Organisation macht - aber ich sehe da kaum andere Möglichkeiten. Die Schule unserer Tochter bietet einen 3-monatigen Kanada-Austausch an. Dabei lernen sich die Familien vorher kennen, jede Familie stellt sich der anderen vor und nacheinander verbringen die Mädchen 3 Monate bei der gewählten Gastfamilie. So weiß jeder, in welches Umfeld er seine Tochter gibt. Genau so etwas würde ich gerne für unseren Sohn in den USA finden. Leider bietet seine Schule nur einen Frankreich-Austausch an - da möchte er aber nicht hin. Wir werden uns also weiter mit dem Thema beschäftigen und mal recherchieren, was möglich ist.

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Ich wage sogar zu behaupten, ein solcher Austausch wäre es Wert, ein Schuljahr hier in Deutschland zu wiederholen.

Ich selber bin mit meinen Eltern 1984 in die USA "ausgewandert" und habe 18 Monate lang eine High School besucht. Am Ende des 9. Schuljahrs sind wir - was vorher so nicht geplant war - wieder zurück nach Deutschland, und ich bin in meine alte Klasse zurück, habe also ansatzlos dann die 10. Klasse besucht und diese entsprechend schlecht abgeschlossen. Da wäre ich besser beraten gewesen, die 9. zu wiederholen. Aber als Teenager fand ich die Idee nicht so prickelnd, und meine Eltern haben sich (leider) gegen die Schulleiterin durchgesetzt, so dass ich nun einen recht schlechten Notenschnitt auf meinem Abschlusszeugnis (habe nach der 10. das Gymnasium verlassen und eine Lehre angefangen) kleben habe... Aber die Erfahrungen der 18 Monate Junior High und High School waren grandios. Von den Sprachkenntnissen profitiere ich freilich noch heute und auch die Lebenserfahrung aus dieser Zeit möchte ich nicht missen. Zwar blieb das schulische Niveau bei Mathe, Naturwissenschaften, etc. weit hinter dem deutschen zurück (was mir einen "1er" Schnitt in den Zeugnissen bescherte), aber interessante Zusatzfächer wie "Photography", "Drafting" (techn. Zeichnen) und "Architectural Design" waren toll.

Auf meiner Schule war auch ein Junge aus Hamburg, der ebenfalls ein volles Schuljahr da war.

Gruß - Andreas

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Ich wage sogar zu behaupten, ein solcher Austausch wäre es Wert, ein Schuljahr hier in Deutschland zu wiederholen.

Ein zusätzliches Argument wäre, dass er ja sowieso ein Jahr verkürzt auf dem Weg zum Abitur - dann hätte er gar nicht so viel Zeit verloren und außerdem ein Jahr in den USA seine Englischkenntnisse verbessert, was ihm dann auch wieder Vorteile verschafft. Mal sehen, was sich ergibt - so ganz begeistert bin ich davon aber ehrlich gesagt noch nicht.

Viele Grüße

Doris

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