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Ladderman

2000 Meter über Cape Cod

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2000 m über Cape Cod

Es ist momentan sehr ruhig hier im Forum. :pupillen: Vielleicht sollte ich euch da etwas zum Lesen anbieten. :whistling: Eine kleine Geschichte aus meinem Urlaub im September 2009. :smalleyes: Die User des Forums, die am 1. Fotorätsel Anfang 2009 teilgenommen oder zumindest gelegentlich dort mitgelesen haben werden sich sicher an dieses Foto von Andreas (crossroads_ak) erinnern.

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Das Bild zeigt „einen hässlichen alten Knacker“ (Zitat: tigger) in Shorts zusammen mit 13 Personen vor einem kleinen Privatflugzeug. Gesucht wurde der Name/Spitzname des alten Knackers und sein Wirkungsort. Eine verdammt harte Nuss damals. Erst 3 Tage später hatte Christian (CB) die Lösung gefunden. Der alte Herr, Frank Thomas, wurde „Five Dollar Frank“ genannt und war zuhause in Fayetteville, WV. Er machte für nur 5 Dollar mit Touristen 10-Minuten-Rundflüge entlang der New River Gorge in West Virginia und flog dabei gelegentlich (verbotenerweise!) auch schon mal unter der New River Gorge Bridge hindurch.

Warum grabe ich diese alte Geschichte wieder aus? Anfang des vergangenen Jahres kam mir bei der Suche nach einem Urlaubsziel für Herbst 2009 die Idee mal eine Runde durch Neu England zu drehen. New York, Washington und Boston sollte dabei sein. Vielleicht wären auch Quebec, Montreal und die Niagara Fälle noch drin. Während ich noch überlegte las ich in unserer Tageszeitung die Anzeige eines Busunternehmens: „Indian Summer Bus Tour!“ im September 2009. :woot: Eine 10 Tage Rundreise! New York City – Boston – Quebec - Montreal-Thousand Islands – Niagara - Washington DC – Philadelphia - NYC.Termin, Reiseziele und Fahrstrecke waren hier wie für mich gemacht. :thumbup: Auch der Preis schien auf den ersten Blick recht günstig. Ich kam tatsächlich ins Grübeln: Soll ich? :hmmz: Soll ich nicht? :unsure: Eigentlich stand bis dahin für mich fest: Mit einem Reisebus fahre ich erst in Urlaub, wenn mir aus Altersgründen der Führerschein weggenommen wird. Und ich hoffe doch, das dauert noch eine Weile. :whistling: Aber man könnte das Busfahren ja mal testen, wenn alles schon so schön passt!? Im Forum gibt‘s ja auch Leute die ganz begeistert von ihren Busfahrten berichtet haben. Gell Tom? :lol:

In einer PN habe ich Christian (CB) von meinem Busreiseplan geschrieben. Das hat ihm, um es vorsichtig auszudrücken, gar nicht gefallen. „Mach das ja nicht!! Das ist nichts und wird nichts und du bereust es am Ende. Christian zog alle Register seiner Überredungskunst. Eines seiner Argumente damals: …diese Tour führt euch dienstags nach Boston. Da bin ich mit hoher Wahrscheinlichkeit unterwegs. Ich erwarte dass die Stammbelegschaft Trips nach Boston aufs Wochenende legt. Da kann man dann auch mal den "null-Dollar-CB" kennenlernen..

.Ich hab die Bustour ziemlich bald darauf sausen lassen und dann doch 'ne eigene Route zusammengebastelt. So sollte sie aussehen: 3 Tage NYC, 8 Tage ein Schnipsel Neu England und 3 Tage Boston.

Am 06.September flogen wir nach New York. :) Christian (CB) wusste schon Wochen vorher von unserem Aufenthalt dort, denn meine Route hatte er weitest gehend mit geplant. Schon in New York im Hotel erwartete uns eine auf dem Telefon gespeicherte Begrüßung von Christian. Von da an haben wir fast jeden Tag miteinander telefoniert. Es war eine tolle Betreuung, denn immer wenn es Fragen zur Gestaltung des Tages oder andere Fragen gab, hatten wir einen exzellenten, ortskundigen Berater. :thumbsup: Wer hat das sonst schon? :rolleyes:

Am 13. September kamen wir also nach Cape Cod. Für 4 Tage hatten wir uns in Hyannis im Hotel „Heritage House“ einquartiert.Wir hatten gerade unser Zimmer bezogen, da kam ein Anruf aus Boston von Christian. Im Laufe des Gesprächs fragte CB nach unseren Plänen für Morgen, Montag. Ich erzählte ihm, dass wir uns vorgenommen hatten Cape Cod-Sightseeing zu machen. Seine Frage darauf: „Ist das schon fest oder könntet ihr noch umplanen? Wenn ihr euch noch nicht festgelegt habt, dann komme ich morgen Mittag mit meinem Flieger nach Hyannis. Dann können wir eine Runde fliegen. Was wollt ihr euch ansehen?“ Klar, dass wir begeistert zugestimmt haben. :nummer1:Rasch war die Zeit und der Treffpunkt ausgemacht: Mittag 12 Uhr am Barnstable Airport in Hyannis beim FBO Griffin Aviation keine 2 km von unserem Hotel entfernt.

Weil wir nicht sicher waren ob wir den verabredeten Treffpunkt auf Anhieb finden würden, fuhren wir kurz nach 11 Uhr los in Richtung Flugplatz

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Der Weg zu Griffin Aviation war exzellent ausgeschildert und ohne Mühe waren wir kurz vor 12 Uhr dort.

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Christian landete pünktlich wie der sprichwörtliche Maurer.Seine Beech Bonanza rollte den Rollweg entlang zum Vorfeld und wurde von einem Griffin-Mitarbeiter auf einen Abstellplatz eingewunken.

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Christian kletterte aus dem Flugzeug und kam auf uns zu. Ein spannender Moment. Sicherlich für uns beide. Schließlich sahen wir uns zum ersten Mal. Wie sieht der bekannte Unbekannte in natura aus? Was sagt er? Welchen ersten Eindruck bekommt er von uns? Es soll ja nur Sekunden dauern bis das erste Urteil, sympathisch oder nicht sympathisch gefällt ist. Kurz darauf schüttelten wir uns kräftig die Hand und nach ein paar Worten Smalltalk gingen wir übers Vorfeld zurück zum Flugzeug. Der erste Sympathie-Check war offensichtlich gut ausgefallen.

Christian hatte vielleicht Angst um seinen Flieger als er uns genau die Stelle auf der Tragfläche zeigte auf die wir treten sollten um einzusteigen. Ich durfte vorne auf dem Copiloten-Sitz Platz nehmen. Dafür hatte meine Frau die „Rückbank“ alleine für sich.

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Hier der Beweis, dass Moderatoren gar nicht – wie immer behauptet- fotoscheu sind. In der Tür der Bonanza erkennt man bei genauem hinschauen Christian, der meiner Frau beim Gurt anlegen hilft. :sarcastic:

Es dauerte eine Weile bis ich meine langen Beine soweit unter dem Instrumenten Panel verstaut hatte bis meine Knie nicht mehr das doppelte Steuerhorn blockieren konnten. Ich hatte leichte Schwierigkeiten die Tür zu schließen aber Christian gab geduldig Tipps bis sie endlich ins Schloss fiel. Ein kurzes Briefing vom Piloten zum Verhalten im Notfall :schiefguck: , dann rollten wir zur Startbahn 06. Christian hatte noch Bedenken wegen dem kräftigen Seitenwind aber es ging beim Start alles glatt und wir hoben in Richtung Nordnordwest ab.

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Unsere Flug-Route:

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Vor uns der Cummaquid Golfplatz in Yarmouth Port. Rechts dahinter der Hallets Mill Pond.

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Im Bild Sandy Neck Beach und die Fahrrinne des Barnstable Harbour.

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Unter uns (linke Bildecke) liegt „Hyannis Whale Watcher Cruises“ wo man Wahlewatching (45$ p.P.) in der Cape Cod Bay anbietet.Im grünen Fleck neben der Spiegelung kann man, wenn man genau hinschaut, das "Sandy Neck Lighthouse" erkennen. Aber man braucht schon "Adleraugen" :winki:

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Vor der baumlosen Salzmarsch, welche mit Muschelteichen übersät ist, der zur Gemeinde Dennis gehörende Chapin Memorial Beach, den man mit entsprechender Genehmigung mit Geländeautos befahren darf (Das Permit für Besucher kostet 170$. Gemeindebürger zahlen die Hälfte)

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Schaut man aus der Vogelperspektive auf Cape Cod, dann erkennt man, das die Landschaft mit runden Teichen und größeren Seen übersät ist. Die Geologen sprechen von Kesseln.Cape Cod ist die Endmoräne eines Gletschers, der vor ungefähr 18.000 Jahren begann langsam abzuschmelzen. Der Gletscher gehörte zur kontinentalen Eisplatte, die große Teile Nordamerikas bedeckte und vor ungefähr 23.000 Jahren die größte Ausdehnung erreicht hatte.

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Die zurückbleibenden Eisblöcke wurden allmählich von Kreide, Sand und Schotter zugedeckt die die Schmelzwasserströme mitführten. Die Vertiefungen blieben im Erdreich zurück, als die Eisblöcke abgeschmolzen waren und diese Vertiefungen füllten sich mit Wasser, wenn sie unterhalb des Grundwasserspiegels lagen. Zurückblieben die Kettle Ponds, klare, kalte Süßwasserseen.

Mehr als 300 Kettle Ponds von unterschiedlicher Größe gibt es auf Cape Cod.In einigen der Kessel entstanden Moore, Bogs genannt. Die nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzliche Substanz füllte mit der Zeit die Kessel. Es bildete sich Torf. In den Bogs fanden die Cranberries ideale Wachstumsbedingungen. Das machten sich die Landwirte der Halbinsel zu nutze. Cape Cod hat den größten Anteil an der US amerikanischen Cranberry Produktion.

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Die Halbinsel ragt wie ein angewinkelter Arm in den Atlantik. Das Foto oben zeigt den Ellbogen. Dort liegt Chatham.

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Mittlerweile sind wir zwischen Punkt 2 und Punkt 4 bei dem kleinen Zipfel der in die Cape Cod Bay hinein reicht.

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Wellfleet Harbor liegt im südlichen Teil des Nationalparks Cape Cod National Seashore. Dieser NP wurde am 07.August 1961 von US Präsident John F. Kennedy eröffnet, der selbst heimisch auf Cape Cod war.

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Im Bild der nördliche Bereich des Cape Cod Natioal Seashore NP.

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Das nördliche Ende von Cape Cod mit Provincetown.

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Hallo Udo,

schöne Geschichte und sehr informativ. Bin gespannt wie es weiter geht.

Gruß

Sebastian

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Hallo Udo,

schön, dass du uns teilhaben lässt! Sogar Dennis schielt von der Seite auf meinen Laptop-Bildschirm. Ist ja klar, wenns ums Fliegen geht! :nummer1:

Tolle Bilder, einmaliges Erlebnis!

Bitte weiterschreiben!

LG Annika

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Guest Missi

Ich bestehe eindrücklich darauf, hier endlich ein Foto von CB zu sehen.

Wenn nicht genügt auch eine Zeichnung. :D

Ein schöner Bericht, interessante Bilder! Bin schon gespannt wie es weitergeht...(Abstürze, Triebwerksausfälle, Notlandungen... :ohno: :yeah: )

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Ich bestehe eindrücklich darauf, hier endlich ein Foto von CB zu sehen.

...wenn überhaupt, dann nur, nach dem wir deine "Mückenstich-Wadl'n" gesehen haben :sarcastic:

VG

Udo

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Guest Missi

...wenn überhaupt, dann nur, nach dem wir deine "Mückenstich-Wadl'n" gesehen haben :sarcastic:

VG

Udo

Pah. Diese Unverschämtheiten. :cursing: Was soll man dazu noch sagen. Aber wartet nur wenn mein Mann mit dem Digitalisieren bei den Floridabildern angelangt ist. :police:

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Guest Tanja*

Hi Udo,

ich bin natürlich auch mit dabei.

Freu mich schon auf die Fortsetzung... :nummer1:

LG

Tanja

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Hallo Udo !

Ich flieg und reise auch mit.

Whale Watching hätte ich mir teurer vorgestellt. Würde ich machen aber dieses Crossen auf dem Marschland kann ruhig so teuer sein ,da haben die Muscheln wenigstens eine höhere

Überlebenschance.

Und dein Geologieunterricht find ich gut. Bei uns liegen nach der Eiszeit jede Menge rundgeschliffene Findlinge rum.

Gruß Squirrel 8)

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@ all:

Ihr seid alle so nett zu mir smilie_verl_027.gif

Es freut mich, wenn ich euch ein wenig unterhalten kann und ihr mit lest! :sdanke:

VG

Udo

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Guest exit

Es freut mich, wenn ich euch ein wenig unterhalten kann und ihr mit lest! :sdanke:

Nur keine falsche Bescheidenheit, Udo. Ich für meinen Teil werde sogar bestens unterhalten und dabei noch erstklassig informiert. :)

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Viele Grüße,

Chris

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Hallo Udo !!

na endlich... wenn auch anders als erwartet :D

Auf jeden Fall: schöner Start :thumbup:

Ich freue mich auf jede Menge Luft-Bilder :girl: und weitere interessante Details.

LG

Claudi

P.S.: alle die am Mittwoch im Chat aufgepasst haben, müssten eigentlich wissen, welche deutsche Insel von oben Cape Cod seeehr ähnlich sieht... :winki:

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Es freut mich, wenn ich euch ein wenig unterhalten kann und ihr mit lest! :sdanke:

Ist doch wohl Ehrensache! Bin auch dabei, wenn keine Einwände bestehen.

@Claudi

War zwar am Mittwoch wohl schon wieder weg, aber meinst du vielleicht Sylt?

Gruß

Friedhelm

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@Claudi

War zwar am Mittwoch wohl schon wieder weg, aber meinst du vielleicht Sylt?

Gruß

Friedhelm

:thumbup:

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Provincetown

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Ein Teil des Hafens. Hier gingen die Pilgerväter von der „Mayflower“ am 09.November 1620 zum ersten Mal an Land.

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Einen Monat lang erkundeten die Neuankömmlinge die Umgebung aber dann entschlossen sie sich, sich auf dem nahen Festland in Plymouth anzusiedeln.

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Das Pilgrim Monument erinnert an die Landung der Pilgerväter. Es gleicht dem „Torre del Mangia“ einem Campanile in Sienna. Der Turm ist 77 m hoch und aus Granitsteinen errichtet. Man begann 1907 mit dem Bau. 1910 wurde der Turm fertig gestellt. 116 Stufen führen hinauf und dort oben bietet sich, wie Marco im ‚Fotorätsel‘ bestätigt hat, eine herrliche Rundsicht auf die gesamte Halbinsel. Ich war zu faul zum rauflaufen. Dabei hätte etwas Training für die 294 Stufen des Bunker Hill Monuments in Boston, das ja noch auf mich wartete, sicher nicht geschadet…..

Bei der Vorbereitung auf unsere Reise haben wir uns natürlich über Provincetown informiert so gut es ging. Was hatten wir gelesen und gelernt?

Provincetown war ursprüglich ein Fischerdorf. Um 1900 entdeckten die ersten Maler Cape Cod und diesen Ort. Die Lage am Meer und das besondere Licht lockten die Künstler an. Es entstand die Künstlerkolonie P-Town. Angezogen von der liberalen Atmosphäre kamen neben den Künstlern unter anderem auch Tennesssee Williams, Marlon Brando und Norman Mailer, die gern mal einen über den Durst tranken, hier her. Mitte der 60er Jahre eroberten Hippies das ehemalige Fischerdorf.

Es heißt, die Zeit der Ausschweifungen ist heute vorbei aber die Bewohner von Provincetown sind superliberal und der Ort ist weiterhin ein Refugium für Lebenskünstler aller Art. Es ist das Mekka der Gay-Szene in den USA geworden. Zahllose Schwule und Lesben machen hier Jahr für Jahr Urlaub.

Als wir tags darauf die Stadt mit dem Auto besuchten erwarteten wir ein Stadtbild, dass vom Lebensstil seinen schrägen Bewohnern geprägt sein würde. Wir trafen aber weniger auf schrille Gays sondern mehr auf Unmengen ganz normaler Rentner, die auf ‚Kaffeefahrt‘ waren.

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Wir haben die Stadt recht bald wieder verlassen.

Weiter geht’s. Unter uns die Dünenlandschaften des Cape Cod National Seashore, einer vom National Park Service verwaltete Region.

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Die Flügelspitze zeigt auf die "Sand Dunes". Vorn der lang gestreckte „Herring Cove Beach“. Dahinter Provincetown.

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Der Herring Cove Beach nach Norden. Adleraugen erkennen das "Race Point Lighthouse"

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Der gleiche Strand nach Süden hin zum "Wood End Lighthouse"

Leider kann man keinen der beiden Leuchttürme mit dem Auto anfahren. :verysad:

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Man erkennt sehr gut den Airport von Provincetown, das Band der Dünen und den Race Point Beach.

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Der Race Point Beach

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Die Sand Dunes.

Richtig Claudi! Cape Cod ist auch für mich das Sylt von Neu England. Ich meine aber es ist etwas kontrastreicher und vielfältiger und natürlich auch größer.

Zur Zeit der Pilgrims war das ganze Gebiet bewaldet und dicht mit hohen Kiefern bewachsen. Die späteren Siedler begannen aber bald damit das Holz der Bäume für Bau- und Feuerholz zu nutzen. Zudem ließen diese ihre anwachsenden Bestände an Kühen und Pferden dieses Gelände beweiden und durchstreifen. Das zerstörte den Bewuchs endgültig. Den nun ungeschützten Boden türmten die starken Winde Cape Cods zu Dünen auf. Heutzutage versucht man die Dünen durch Anpflanzungen und natürlichem Bewuchs wieder zu stabilisieren und das mit wachsendem Erfolg.

Nun steht das Province Lands Visitor Center. inmitten eines niedrigen Kiefernwäldchens. Dort erfährt man wissenswertes über Geschichte und Natur dieser Region. Von der Aussichtsplattform des VC kann man die Umgebung betrachten.

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Im Hintergrund das Pilgrims Monument

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Nach Norden schaut man auf die "Old Harbor Live Saving Station"

Die Station wurde 1897 in Chatham gebaut und bis 1944 betrieben. Zuletzt von der U.S. Coast Guard. Das Gebäude wurde danach vom National Park Service erworben und 1977 mit einem Lastkahn nach Provincetown gebracht, weil der alte Standort am Nauset Beach so weit erodierte, dass die Zerstörung des Gebäudes drohte. Am Race Point Beach wurde es wieder aufgebaut.

Wir haben den nördlichsten Punkt unseres Fluges erreicht und drehen ab nach Süden.

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Hallo Udo,

tolle Story, mach weiter so!

Wir waren 2008 ja auch auf Cape Cod, allerdings nicht mit dem Flugzeug.

Provincetown hat uns supergut gefallen, ist wirklich schön noch mal dorthin zurück zu kehren. :sdanke:

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Guest Nisie

Hallo Udo,

ich fliege auch mit und freue mich auf Fortsetzung. ::pop

Macht Spaß mit dir zu reisen.

Viele Grüße aus Kiel,

Nisie

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Guest Peachy

Hallo Udo,

WOW!!! Das nenn' ich mal eine echte Alternative zu einer vorgefertigten Busrundreise. Gut, dass Ihr Euch überreden lassen habt!

Ich fass' es nicht... ein VIP-Flug... mal eben so... ts...! :mellow:

Danke für's Posten Eurer Eindrücke und die vielen Infos. Ich freu mich schon auf's Weiterfliegen.

LG - Peachy

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Hallo Udo,

schöner Bericht, bin auch dabei.

Obwohl mir dabei wieder unsere Whale-Watching-Tour in Erinnerung gerät (die mir ja leider nicht so gut bekommen ist :blerg:)

Schön, das ganze jetzt nochmal von oben zu sehen.

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Guest Isa

Hi Udo,

ich bin auch mit dabei und freue mich auf eine Fortsetzung...

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lg Isa

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Guest Kerstin

Hallo Udo!

Melde mich auch an Bord! Wunderschöne Bilder und richtig informativ, da kommt Urlaubsfeeling auf.

Freue mich schon auf die Fortsetzung(en).

Gruß

Kerstin

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wie - da bin ich ein paar Tage nicht hier und schon geht Udo's lang ersehnter Reisebericht los ... na hoffentlich ist nun noch Platz fuer mich im Flugzeug ... rueckt zusammen - ich will mit ... :)

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... rueckt zusammen - ich will mit ... :)

flugzeug_smiley_183.gif Hi Christian

Mach keinen Quatsch .... :o

Du kannst keinesfalls „hinten“ einsteigen! :patsch:

Ich dachte du fliegst die Bonanza!? ?(

Wer soll's denn sonst machen? :unsure:

Ich kann’s jedenfalls nicht…. ;(

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Weiter geht's! 8)

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Die folgenden Fotos sind entlang der rotgepunkteten Strecke gemacht.

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Der große helle Fleck in Strandnähe ist ein Parkplatz und gehört zur Marconi Station.

Guglielmo Marconi, in Bologna geboren, war Elektroingenieur und Radio Pionier. Sein Traum war es ein Radiosignal drahtlos über den Atlantik zu senden.

1901 errichtete Marconi hier bei South Wellfleet - 55 Meter vom Steilufer des Ozeans entfernt - eine Radiostation.Ein kleiner Pavillon mit einem Modell der Radiostation steht in unmittelbarer Nähe am Strand.

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Eine baugleiche Anlage hatte Marconi in Cornwall in England gebaut.

Am 18.Januar 1903 war es so weit. Ein Telegramm des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt wurde per Morsezeichen erfolgreich an König Edward den VII nach England gesendet.

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Die Erinnerungsplakete. (Den „Theodore Roosevelt“ hab' ich leider "verstümmelt"! :unsure: Sorry :blush: :blush: :blush:)

1917 während des 2. Weltkriegs, schloss man die Station aus Sicherheitsgründen und baute sie ab. Die Erosion hatte 50 Meter des Steilufers abgetragen, so dass die zwei äußeren Sendemasten nur noch 5 Meter von der Abbruchkante hinunter zum Strand entfernt standen. Sie drohten umzustürzen.

Hier in der Nähe hatte ja auch die Old Harbor Live Saving Station gestanden, die abgebaut werden musste. Ihr erinnert euch?

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Der kleine See - markiert mit einem weißen Punkt, ungefähr in der Bildmitte - ist der Salt Pond. (Die größere Wasserfläche davor ist die Salt Pond Bay.)

In direkter Nähe zum Salt Pond liegt das Salt Pond Visitor Center, die Einrichtung mit dem umfassendsten Info-Angebot für Besucher des Cape Cod National Seashore Parks.

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Von der Terrasse des Visitor Center schaut man über den Salt Pond und die dahinter liegende Salt Pond Bay.

Der Salt Pond ist einzigartig unter den Kesselseen von Cape Cod, weil er eine Verbindung zum Atlantik hat. Ein Gezeitenkanal verbindet den Ozean und die Nauset March mit dem Salt Pond. Der Wasserspiegel des Sees steigt und fällt mit Ebbe und Flut.

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Ein Überbleibsel der bäuerlichen Vergangenheit auf Cape Cod ist dieser Frachtkahn (das Arbeitsboot der Marsch) mit dem einst, wie auf der Tafel unten beschrieben, Heu transportiert wurde. Das flache, breite Boot wurde entweder gerudert, gesegelt oder gestakt. Mit ihm wurde das Heu der Uferbereiche in der Salzmarsch geborgen, das man zur Fütterung aber auch zur Stalleinstreu verwendete. Viele Menschen hier erinnern sich noch an den salzigen Geschmack der Milch, die die Kühe gaben.

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Die Info-Tafel

Nach 1900 wandten sich die Cape Coder von der Landwirtschaft ab hin zum Sommertourismus. Die Heubarken verschwanden. Glücklicherweise benutzte die „French Transatlantic Cable Company“ obiges Boot für mehr als 60 Jahre für Reparatureinsätze und ersparte ihm damit das Schicksal der übrigen Boote. Heute ist es die letzte Heubark auf Cape Cod. Vielleicht die Letzte in ganz Neu England.

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Der rot markierte helle Fleck vorn rechts am Strand ist ein Parkplatz der zum Nauset Lighthouse und zum Nauset Beach gehört.

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Der Nauset Beach

1838 hatte die US Regierung zur Sicherung der Schifffahrt hier 3 kleine, steinerne Leuchttürme errichten lassen.

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Sie standen im Abstand von ca. 50 m zueinander und man nannte sie „Three Sisters“ Auch sie standen zu nah an der erodierenden Kliffkante und mussten 1892 abgebrochen werden. Man ersetzte sie durch drei hölzerne Türme und plazierte diese weiter weg vom Strand. 1923 wurden diese Holztürme außer Dienst gestellt und erneut versetzt. Sie stehen jetzt in einem "Wäldchen" 300 m vom Strand entfernt.

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Die „Three Sisters“ ersetzte man 1923 durch das Nauset Lighthouse, welches ursprünglich seit 1877 in Chatham gestanden hatte. 1993 wurde es von der US Coast Guard außer Dienst gestellt. Auch ihm drohte der Einsturz. Eine Privatinitiative rettete den Turm, versetzte ihn 1998 zusammen mit dem Haus des Leuchtturmwärters an seinen jetzigen Standort und stiftete es dem National Park Service.

Wir nähern uns dem „Ellenbogen“ von Cape Cod:

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Ein typisches Bild dieser Seenlandschaft am Boden (bei Eastham)

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Beiläufig erzählt Christian, dass in diesem Gebiet in diesem Jahr gleich mehrere weiße Haie gesichtet wurden. :eeeek: Ich will es gar nicht glauben aber später lese ich, dass er doch recht gehabt hat. Die lokale Presse schreibt ausführlich darüber. Sogar innerhalb des Hafens von Chatham wurden weiße Haie gesichtet wird dort berichtet.

Christian sagt, wenn wir Robben am Strand sehen könnten, könnte das ein Anzeichen für die Anwesenheit von Haien im Meer sein. Dann flüchten die Seehunde aus dem Wasser und bevölkern die Strände. Wir konnten aber keine Robben entdecken.

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Ich habe es später nachgelesen: In diesem Abschnitt der Halbinsel, an den Stränden von Chatham bis hinunter nach Monomoy/Shooters Island (der „Golfschläger-Zipfel“ am Ende) trifft man in den Sommermonaten auf große Kolonien von Harbor Seals. Harbor Seals deshalb, weil sie bevorzugt an Hafeneinfahrten anzutreffen sind. Es werden auf der Monomoy Halbinseln vor Chathan unter idealen Bedingungen zwischen 1.500 bis 2.000 Robben gezählt, die sich am Nachmittag an den Stränden sonnen und auf die einsetzende Flut warten. Sie lassen sich dann ins Meer "spühlen" nur weil sie zu faul sind zu laufen :totlach:

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Chatham und ein Blick zurück nach Norden

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