Jump to content



Wie komme ich an job in den USA


Guest LongBeach
 Share

Recommended Posts

Guest LongBeach

Hi,

bin derzeitig in den USA (leider nurnoch diese Woche) und mir gefaellt es hier so gut, dass ich mich nach einem Arbeitsplatz umschauen moechte.

Ich habe leider keine Ahnung wie genau das hier laeuft mit einem Deutschen als Arbeitnehmer (mir) und was genau mit sponsorn gemeint ist.

Ist es richtig, dass ich eine Greencard brauche, um permanent in den USA bleiben UND arbeiten zu duerfen? Hat irgendwer Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess und wie sehen meine Erfolgsaussichten aus, ich habe eine 3 jaehrige Berufsausbildung in Deutschland gemacht, vorher Abitur. Taugt das beides was hier?

Bin euch fuer eure Ratschlaege dankbar!!!

Schoenen Gruss aus Kalifornien,

Mike

Link to comment
Share on other sites

Hi Mike,

zunächst mal solltest Du Dich gründlichst informieren wie so das Alltagsleben in den USA ist. Ist ja nun ein großer Unterschied ob man mal im Urlaub da ist oder dauerhaft dort leben will.

Es gibt zwei Arten der Visa : Einwanderungsvisa ( Greencard ) und Nichteinwanderungsvisa ( z.B. als Angestellter, Existenzgründer ).

Die Greencard gibt es nur durch Heirat, Gewinn durch die Greencardlotterie, Familienzusammenführung, Existenzgründer mit einer 7stelligen Investitionssumme und als evtl. Ausbaustufe von einem Nichtauswanderervisum.

Nichteinwanderunsgvisa in dem Sinne, daß Du dort länger leben darfst ist, wenn Du Dich im normalen Rahmen selbstständig machst mit einer Firma. Oder aber eben wie schon angesprochen Dir einen Arbeitgeber suchst.

Es kommt auf die Berufsausbildung an, ob Dein Beruf in den USA gerade gesucht ist. Je seltener der Beruf in den USA ist und je mehr der gesucht wird, desto besser ist es, daß die Behörden einem Visum zustimmen würden. Und dieses Visum muß dann eben von deinem potenziellen Arbeitgeber gesponsert werden. D.h. er muß sich praktsich um den ganzen Papierkram kümmern, die Visakosten bezahlen ( soweit ich weiß ) und eben der Behörde klar machen : Den Mann brauchen wir, wir finden hier nur schwer einen vergleichbaren Mann.

Viele potenzielle Arbeitgeber haben aber von dem Prozess gar keine Ahnung und wissen nicht was auf sie zukommt, wenn sie jemanden sagen : Klar, kannst hier arbeiten. Das wäre dann zu klären, ob die das wissen. Dann hast Du ein Visum, was Dich berechtigt bei DEM Arbeitgeber zu arbeiten. Fliegst Du raus, sieht das dann nicht so toll aus. Es ist aber möglich nach einigen Jahren ein Angestelltenvisum in eine Greencard umwandeln zu lassen.

Ganz genau und verlässliche Infos findest Du z.B. bei www.theamericandream.de Dort kann man Dich kompentent beraten. Das von mir ist mal grob umrissen und keine Garantie, daß es wirklich exakt so ist. Aber in etwa passt das schon.

Grüße

Tom

Link to comment
Share on other sites

Guest LongBeach

Danke erstmal für deine Antwort, ist ja schon mal was womit ich arbeiten kann.

Habe mich dann auch eben mit auf den letzten Drücker für die Lottery angemeldet, das mit dem Foto ist ja aber mal echt ein Witz...habe so lange im Photoshop rumgeschoben bis ich diese 600x600 Pixel habe...wozu der Mist...aber naja.

Heiraten kommt mir vorerst nicht in Frage, Arbeitgeber muss ich mal sehn, ich gehe davon aus, dass es gerade hier in Kalifornien Verkäufer im Bereich Autos wie Sand am Meer gibt, also wird das schwer nachzuweisen sein das die MICH brauchen, obwohl das schön wäre.

Das das auch alles so kompliziert sein muss...

Link to comment
Share on other sites

Hallo Mike,

hier im Forum war auch mal jemand der als Autoverkäufer in die USA gegangen ist. Na ja, ich glaube ja im moment eher, daß die Leute rausschmeißen als noch welche einstellen.

BessereChancen hättest Du aber vermutlich, wenn Du auf eine bestimmte Marke geschult bist die in den USA auch gefragt bist. Ich denke, daß da dann eher Bedarf sein könnte aber das kann dann evtl. einer der Leute hier beurteilen die auch in den USA wohnen.

Grüße

Tom

Link to comment
Share on other sites

In der Tat muss der potenzielle Arbeitgeber 2 große Stellenanzeigen in vorgeschriebener Größe und Erscheinungsweise (in LA zum Beispiel in der LA Times) schalten und diese auch Nachweisen. Für jede daraufhin eingehende Bewerbung eines Amerikaners muss der Arbeitgeber dann begründen, warum dieser NICHT für die Stelle in Frage kommt... erst dann wird der Bedarf (also eine, zwei oder mehr Stellen) quasi freigegeben und der eigentliche Areitsvisum-Prozess kann beginnen. Ohne Fachanwalt geht da eigentlich gar nichts, und den muss wie gesagt der Arbeitgeber bestellen...

Ist also wirklich alles andere als einfach. In Kanada gibt es einen ganz anderen Kriterienkatalog, dort is es wohl um einiges einfacher, wenn man einen gesuchten Job hat und ein bisschen was angespart hat. Hier haben die Provinzen jeweils eigene Entwicklungs-Programme, in Provinzen wie Manitoba oder Sasketchewan ist es um einiges einfacher als in beliebten / gut entwickelten Provinzen wie Ontario oder British Columbia...

Viel Glück also bei der Lotterie...

Gruß - Andreas

Link to comment
Share on other sites

Guest Mrs. ABC

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen:

Für mich liest es sich so als wolltest Du innerhalb der nächsten Woche einen Job klar machen und direkt vor Ort bleiben.

Das geht insofern nicht als das dein derzeitiges Visum bzw I94 (grüner Zettel) nur einen bestimmten Gültigkeitszeitraum hat und Du diesen nur in Ausnahmefällen (z.B. Heirat) überschreiten darft.

Bleibst Du einfach so da, bist Du ein illegaler Einwanderer und verbaust Dir womöglich jegliche Möglichkeiten auf ein offzielles Visum :knot:

Ich würde Dir raten in Deutschland bei einem Unternehmen anzufangen, welches Standorte in USA hat und versuchen darüber über den Teich zu kommen.

Einige Arbeitgeber (z.B. Lufthansa) bietet auch Internships für einige Monate.

Ist vllt nicht schlecht, da sich die Arbeitswelt wohl doch stark zu der unseren unterscheidet...

Würde Dir empfehlen erstmal detailliert zu recherchieren wie lange Du dort bleiben möchtest und anschließend die passende Arbeitsform zu wählen.

Anschließend erfolgt automatisch ein Rattenschwanz an Zeug welches zu beachten ist (Region, Industrie, Geld & Rücklagen, Versicherungen / soziale Absicherung, Wohnung usw. usw.).

Link to comment
Share on other sites

Guest Mrs. ABC
Ich habe leider keine Ahnung wie genau das hier laeuft mit einem Deutschen als Arbeitnehmer (mir) und was genau mit sponsorn gemeint ist.

Ist es richtig, dass ich eine Greencard brauche, um permanent in den USA bleiben UND arbeiten zu duerfen? Hat irgendwer Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess und wie sehen meine Erfolgsaussichten aus, ich habe eine 3 jaehrige Berufsausbildung in Deutschland gemacht, vorher Abitur. Taugt das beides was hier?

Sponsorship wurde ja schon gut erklärt. :) Auch, dass die Greencard nicht die einzige (aber m.M.n. bequemste) Art ist dort zu bleiben und zu arbeiten. Bei div. anderen Visa bist Du an einen(!) Arbeitgeber gebunden und wenn es mit dem nicht funktioniert... :S (Alternativ an eine Person...).

Übersicht der Visa-Formen siehe dieser link; für Details einfach das jew. Visum googeln ;) .

Bzgl. des Bewerbungsprozesses für die Greencard gibt es viele Blogs im Internet wo Leute detailliert beschreiben wie es Ihnen ergangen ist (siehe z.B. dieser link ).

Pi mal Daumen liegt zwischen Gewinnbenachachrichtigung und der Einreise ein Jahr mit Arztbesuch, Behörden-/Konsularbesuchen und einer vierstelligen Summe Geld (ohne die Rücklagen einzubeziehen, die man nachweisen muss, dass man dem US-System nicht auf der Tasche liegen wird...).

Bzgl. der beruflichen Erfolgsaussichten kann man m.M.n. kaum eine Einschätzung geben. Es gibt arbeitslose MBAs wie auch Tellerwäscher-wird-Millonärs-Stories.

Hire-and-Fire ist gang und gäbe; dafür werden aber Werte wir Zuverlässigkeit etc. höher geschätzt, sprich man steigt ggf. (!) schneller auf. Zudem gibt es vielmehr Möglichkeiten als Quereinsteiger durchzustarten als hier. Leistung zählt mehr als Qualifikationen und man muss mehr tun für das gleiche Geld behaupte ich.

Link to comment
Share on other sites

Guest LongBeach

Zunaechst mal Danke fuer die vielen hilfreichen Links, auch wenn ich Google nutzen kann, man findet ja oftmals doch nicht das was man braucht.

Ich will nicht direkt hier bleiben, muss auf jeden Fall mindestens fuer ein halbes Jahr zurueck nach Deutschland, was das angeht habe ich leider keine andere Wahl, da mein Arbeitsvertrag noch mindestens so lange gilt.

Habe ja echt gedacht, dass es auch als Auslaender leicht waere, hier an einen Job zu kommen, wo doch vieles andere auch wesentlich einfacher erscheint.

Witzigerweise fahre ich zufaellig die letzten Tage wirklich mit einer Frau nach Las Vegas, aber ich werde einen Bogen um Wedding Chapels machen... :totlach: vorerst....

Danke nochmals fuer die Tipps!!!

Link to comment
Share on other sites

Hallo Mike,

ja, bei den Amis ist vieles einfacher aber die lassen eben nicht jede Flitzpiepe ( damit bist jetzt nicht Du gemeint ) in ihr Land so wie z.B. Deutschland. Die Amerikaner erwarten von ihren Einwanderern in der Regel auch eine Leistung und nicht, daß sie der Regierung auf der Tasche liegen. Deshalb macht man da so einen Hermann drum herum.

Na ja, wenn Du eine besondere Fähigkeit hast, dann stehen die Chancen gut. Ich habe es ja schon mal geschrieben, offenbar sind Tanzlehrer ja wohl eine extrem gesuchte Berufgruppe 8| :rolleyes: Denn das taucht in Auswanderersendungen ja öfter mal auf, die sich dann in Tanzschulen in den USA anstellen lassen.

Ich weiß es nur von einem langjährigen Bekannten der glaube ich jetzt seinen 6. Anlauf macht in die USA auszuwandern. Diesmal will er eine gut eingeführte Autowerkstatt übernehmen ( wenn er denn eine findet, die auch verkauft werden soll ). Das dann in LA, LV oder so. Bisher hat ihm die ganzen Auswandererversuche eine satte 6stellige Summe gekostet und er hat alles durch von Heiratsversuch, sich anstellen lassen bis über Selbstständigkeit.

Aber es gibt auch andere Beispiele wie z.B. den Michael hier aus Page, oder CB wo es eben geklappt hat. Optimium ist immer die Greencard gewinnen. Aber auch dann zählt : Ohne Moos nichts los.

Grüße

Tom

Link to comment
Share on other sites

Hallo Mike,

ich habe schon in den USA gearbeitet, allerdings als Angestellter eines Unternehmens in Deutschland. Basis waren Spezialkenntnisse, die in den USA nicht zu finden gewesen wären. :whistling:

Es war eine schöne Zeit und man konnte viel lernen. Weniger technisch, aber das Land kennenlernen und die Bedingungen. Manches scheint auf den ersten Blick lockerer zu sein und entpuppt sich als extrem bürokratisch, wenn man sich näher damit befasst. Es gibt - wie wohl überall auf der Welt - jede Menge ungeschriebener Spielregeln, die man als Fremder erst einmal nicht kennt, sie deshalb eventuell verletzt und somit ganz schnell im Abseits stehen kann. Cultural clash. Offen gesagt, mit einer deutsch geprägten Einstellung wird man nicht weit kommen. In den USA sind andere Dinge gefragt, wie z.B. Mrs. ABC schon andeutete.

In den ersten Wochen USA stand ich beruflich andauernd in den Fettnäpfchen, weil ich - obwohl wir auch in Deutschland mit amerikanischen Kollegen zusammenarbeiteten - nichts über die Spielregeln wusste. Was in Deutschland im Unternehmen selbstverständlich oder sogar gefordert war, entpuppte sic hier als absolutes "no, no". Wären mir nicht die entsprechenden Kompetenzen gegeben worden, ich wäre vermutlich noch in den ersten 14 Tagen gefeuert worden.

Das soll nun alles nicht bedeuten, es wäre aussichtslos. Aber das Land wo arbeitsmässig Milch und Honig fliessen sind die USA sicher auch nicht. Meine Erfahrungen auf beiden Seiten lassen mich eher vermuten, dass mir in dieser Hinsicht in Deutschland deutlich mehr Freiheiten gegeben waren und sind.

Das Ergebnis: Arbeiten in Deutschland - Reisen in den USA! :rolleyes: Das Beste aus beiden Welten - für mich.

Gruss

Rolf

Link to comment
Share on other sites

Das hast Du schön geschrieben, Rolf.

Der OP möchte als Autoverkäufer arbeiten. Gerade in den Verkaufsberufen - mal abgesehen vom fliessend Englisch sprechen - braucht es eine gewisse Zeit die amerikanischen Geschäftsgebaren, die Mentalität, die Floskeln, die Körpersprache usw. kennenzulernen. Ohne wird man keinen Erfolg haben und vom Grundgehalt alleine kann man nicht leben. In Verkaufsberufen ist die Provision wichtig.

Der erwähnte Tanzleher lebt mit seiner Familie praktisch am Existenzminimun, da er erst seinen Kundenstamm aufbauen muss. Es ist eine Art Franchiseunternehmen. Das Risiko trägt die Familie.

Eine Arbeit zu bekommen ist in der Regel nicht schwierig, an ein Visum zu kommen hingegen schon.

Link to comment
Share on other sites

Guest TheWurst
Hallo Mike,

Es gibt - wie wohl überall auf der Welt - jede Menge ungeschriebener Spielregeln, die man als Fremder erst einmal nicht kennt, sie deshalb eventuell verletzt und somit ganz schnell im Abseits stehen kann. Cultural clash. Offen gesagt, mit einer deutsch geprägten Einstellung wird man nicht weit kommen. In den USA sind andere Dinge gefragt, wie z.B. Mrs. ABC schon andeutete.

In den ersten Wochen USA stand ich beruflich andauernd in den Fettnäpfchen, weil ich - obwohl wir auch in Deutschland mit amerikanischen Kollegen zusammenarbeiteten - nichts über die Spielregeln wusste. Was in Deutschland im Unternehmen selbstverständlich oder sogar gefordert war, entpuppte sic hier als absolutes "no, no". Wären mir nicht die entsprechenden Kompetenzen gegeben worden, ich wäre vermutlich noch in den ersten 14 Tagen gefeuert worden.

Und was waren das so für "Fettnäpchen"? Ich kann mir darunter wirklich so absolut nichts vorstellen, ist es dort ein "no, no" wenn man pünktlich oder fleissig ist? :winki: Nee ernsthaft, würde mich wirklich interessieren was Du meinst...

Link to comment
Share on other sites

Und was waren das so für "Fettnäpchen"? Ich kann mir darunter wirklich so absolut nichts vorstellen, ist es dort ein "no, no" wenn man pünktlich oder fleissig ist? :winki: Nee ernsthaft, würde mich wirklich interessieren was Du meinst...
Sagen wir mal so....das letzte, das bei meiner Aufgabe wichtig war, waren solche "herkömmlichen" Dinge wie Pünktlichkeit und Fleiss. Im Forschungs- und Entwicklungsumfeld gelten andere Massstäbe.

Fettnäpfchen bestanden beispielsweise darin, die Firmen-Bürokratie nach US-Standard nicht ausreichend zu beachten. Sicher eines der grössten Hemmnisse in den USA.

Gruss

Rolf

Link to comment
Share on other sites

Na ja, wenn Du eine besondere Fähigkeit hast, dann stehen die Chancen gut. Ich habe es ja schon mal geschrieben, offenbar sind Tanzlehrer ja wohl eine extrem gesuchte Berufgruppe 8| :rolleyes: Denn das taucht in Auswanderersendungen ja öfter mal auf, die sich dann in Tanzschulen in den USA anstellen lassen.

Also Tom - da sehe ich aber jetzt auch die ganz grosse Chance fuer dich ... Wechselschritt und links herum - oder wie war das noch gleich? Ich sehe dich da schon in USA charmant als Ballroom-Wizard ueber das Parkett schweben ... :winki:

Aber es gibt auch andere Beispiele wie z.B. den Michael hier aus Page, oder CB wo es eben geklappt hat. Optimium ist immer die Greencard gewinnen. Aber auch dann zählt : Ohne Moos nichts los.

Wenn ich schon auf die Buehne geholt werde kann ich ja nochmal meine Gedanken hier zusammentragen. Ich habe mich zu dieser Frage in den letzten Jahren ja eher zurueckgehalten, da es quer durch alle USA-Foren ja eher als chic gilt die Unmoeglichkeit eines solchen Vorhabens herauszuarbeiten.

in Wirklichkeit ist dieses Thema nicht so unmoeglich wie es immer dargestellt wird. Statt zu theoretisieren sollte man da eher Tatsachen schaffen. Das Wichtigste ist irgendwie einen Fuss in die richtige Tuer zu kriegen. Wie genau sowas aussieht kann man nicht anhand einer Bullet-List erklaeren oder formalisieren. Wenn ich mich hier in der German Community umsehe ist dort nur ein sehr verschwindener Anteil von Kandidaten, die bei der Lottery gewonnen oder einen Citizen geheiratet haben. Und Familienzusammenfuehrung ist eher Spezialitaet der asiatischen Community, die haben da aber auch den Vorteil, dass bei denen die Verwandschaftsverhaeltnisse nur sehr undurchsichtig dokumentiert sind (ich wohne neben dem asiatischen Viertel und schwatze mit denen oft ...).

Die andere Beobachtung die ich mache ist dass diejenigen, die erstmal hier im Land sind - egal mit welchem Einreisestatus - nur sehr selten wieder unfreiwillig zurueck ins Heimtland gehen. Daher ist die fruehe Diskussion ob Einwanderungs- oder Nichteinwanderungsvisa voellig schnuppe. Kaum jemand hier in der deutschen Community ist fertig mit einer Greencard im Gepaeck hier angekommen. Eher mit allen anderen Visa die es da gibt oder in Teilen auch noch fragwuerdiger. Wer also zuhause sitzt und wartet um perfekt mit Greencard einzureisen, wartet moeglicherweise recht lange. Viele der begrenzten Visa lassen sich verlaengern oder umwandeln. Wenn nicht in USA, dann mit Aus- und Wiedereinreise. Es wird hier oft diskutiert als seien wir in 1620 wo man mit der Mayflower die Heimat verlaesst und nie wieder sieht - wenns notwendig ist kann man auch mal fuer ein paar Tage nach D fliegen und das anpassen - es gibt anfangs sowieso auch mal den ein- oder anderen deutschen Behoerdengang den man noch machen muss oder man nutzt die Gelegenheit um Nichten und Neffen nochmal gruendlich aufzumischen.

Ausserdem kann auch niemand vorher genau sagen wie lange man tatsaechlich in USA bleiben moechte. Sowas muss man erfuehlen - viele haben dann doch nach ein paar Jahren genug gesehen und wollen wieder in ihr Heimatland zurueck - der eine ist mehr anfaellig fuer Heimweh als der andere. So nach 5 bis 7 Jahren gehen viele wieder - voellig freiwillig und i.d.R. die Damen sehnsuechtiger als die Herren. Deshalb muss man sich nicht schon Gedanken um die Endlichkeit eines Visums machen bevor es ueberhaupt losgeht.

Aber wenn man bleiben moechte und sich nur in einer befristeten Aufenthaltsgenehmigungs-Situation befindet darf man das natuerlich nicht aus den Augen verlieren. Dazu wird man dann ggf. langfristig irgendwann nicht um die sogenannte 'Labor-Certification' herumkommen. Das ist wo der Employer nachweisen muss keinen anderen geeigneten Kandidaten zu finden. Ich will nun nicht fuer jeden und alle Faelle sprechen, aber wenn der Arbeitgeber das wirklich durchbekommen will und Experten einschaltet ist das i.d.R. machbar. Allerdings aufwendig und teuer und genau da muss man die Zeit vorher genutzt haben den richtigen Employer zu finden und dort dem auch gezeigt haben dass man diese ganzen schmerzlichen Umstaende auch wert ist – das waere so ein oben beschriebener Fuss in der Tuer mit dem man sich dann Durchlass verschaffen muss.

Alles andere ist dann Theorie; man muss nicht nachweisen dass es keine vergleichbare Person mit Arbeitserlaubnis gibt, sondern dass man keinen findet - ein riesengrosser verkannter Unterschied. Bislang duerfen sich die Unternehmen in USA die Mitarbeiter noch selbst aussuchen. Die grossen Tageszeitungen plazieren diese Classified uebrigens gegen Aufpreis so dass sie regelkonform und nahezu unauffindbar sind; ich bin mir sicher dass auch die LA Times so einen Service hat. Und was Tom da oben sagt ist auch richtig – Arbeitgeber die das nicht regelmaessig machen wissen oft nicht wieviel Aufwand das wirklich ist. Deshalb auch da mit dran bleiben. Man muss sich schon um Sachen kuemmern – wer das nicht kann bleibt besser daheim.

Natuerlich ist es angenehmer die gruene Karte (die gar nicht gruen ist) in der Lottery zu gewinnen und klarer Fall dass man da mitmachen sollte wenn man Absichten hat. Jeder gute Anwalt wird waehrend des gesamten Antragverfahrens fuer jedewedige andere Aufenthaltserlaubnis anraten dort unabhaengig und parallel mitzumachen. Aber der Gewinn ist nicht garantiert. Ich habe 7 Mal bis zum regulaeren Erhalt der beige-glitzrigen Karte dort mitgemacht und leider nie gewonnen.

Bei einem grossen deutschen Unternehmen mit Standort in USA anfangen?! Ja – auch eine Moeglichkeit ... aber keine Garantie dass deren Visa-Abteilung stoerungsfreier arbeitet. Fragt mal Leute die sowas gemacht habe in einer stillen Stunde – manch einer ist auch da erst viele Wochen, Monate, ... zunaechst mal immer wieder mit dem gruenen Kaertchen (I-94W) eingereist ...

Was noch ...? Ach so; es ist auch keine Schwarz-Weis-Frage ob das Leben in USA oder in Deutschland besser ist - das kommt drauf an, dem einen gefaellt es hier besser - dem anderen drueben ... da fange ich auch gar nicht mehr an zu diskutieren – das ist moeglicherweise Geschmackssache. Es ist vermutlich auch jedem klar dass der Alltag hier anders ist als mit dem Mietwagen von Park zu Park zu fahren.

Meine asiatischen Nachbarn koennen es uebrigens alle gar nicht verstehen, wieso ich hier bin ... die schuetteln immer nur den Kopf und sagen "Germany is good" (habe mir den r/l-Witz politisch korrekt gespart). Natuerlich gibts auch Sachen die mir in D besser gefallen (und nicht nur von HARIBO), sowas ist immer ein Trade-off. Aber insgesamt gefaellt es mir persoenlich hier sehr viel besser - dienstlich und privat. Ich bin auch noch nicht viel in die oben genannten Fettnaepfe getreten - ich kann das auch nicht komplett so bestaetigen - alles ist ein wenig politischer aber in Teilen kann das gefuehlvolle Aufschuetteln der Firmenbuerokratie hier auch viel bringen. Wobei ich allerdings zugeben muss - dass ich in Deutschland nur 3 Jahre "richtig" gearbeitet habe - in einem sehr grossen Unternehmen - aber da war es auch nicht so richtig unpolitisch. Und ich bin ja auch immer mal dienstlich in Europa unterwegs und habe nicht das Gefuehl, dass Firmenpolitik dort in den letzten Jahren weniger geworden ist - da wird Europa naemlich auch immer amerikanischer.

Wie auch immer: wenn man was drauf hat - und damit meine ich nicht irgendwelche Bescheinigungen - sind die Gestaltungsmoeglichkeiten in USA um Faktoren groesser als in Deutschland. Man kann sich hier Kompetenzen, Aufgaben und Verantwortung sehr viel besser unter den Nagel reissen als in D.

Letztlich – und hier kommt nun doch noch der einschraenkende Wermutstropfen – und der Film ‘Chicken Run‘ hat es ja schon deutlich gezeigt: es ist immer einfacher ein einzelnes Huhn zu retten als die gesamte Lege-Batterie zu befreien - ... d.h. einen neuen Anfang in einem anderen Land zu machen ist sehr viel einfacher wenn man jung und alleinstehend ist. Wie oben angedeutet laesst sich manchmal ein gewisses Mass an ‘Wild West‘ nicht vermeiden und man muss eine gewisse Flexibilitaet an den Tag legen. Das geht alleine immer einfacher . Mit Anhang oder gar Kindern kommen da eine ganze Menge mehr Anforderungen auf einen zu als nur die Aufenthaltsgenehmigung. Da gilt alles oben von mir gesagte nicht mehr so richtig, insbesondere wenn man in der Versorgerfunktion ist und Sicherheit bieten muss – die gibt es da nicht.

Link to comment
Share on other sites

... da waren die 10000 Zeichen voll ...

Um nun von meinen allgemeinen Soapbox-Ausfuehrungen zum Ausgangsthema und Long Beach-Mike zurueckzukommen halten wir doch nochmal fest: soweit ich mich erinnere ist er doch mit B1 Visum dort in einer Praktikumssituation – ich nehme mal an in Long Beach, oder so?

Ich habe leider keine Ahnung wie genau das hier laeuft mit einem Deutschen als Arbeitnehmer (mir) und was genau mit sponsorn gemeint ist.

Ist es richtig, dass ich eine Greencard brauche, um permanent in den USA bleiben UND arbeiten zu duerfen? Hat irgendwer Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess und wie sehen meine Erfolgsaussichten aus, ich habe eine 3 jaehrige Berufsausbildung in Deutschland gemacht, vorher Abitur. Taugt das beides was hier?

Wieso kommt die Frage erst in der allerletzten Woche? Viel kann man da natuerlich nicht mehr reissen ... Wie lief es dort so? War das wirklich ein Autoverkaufshaus (die Diskussion habe ich moeglicherweise verpasst)? Bieten die eventuell eine ‘Tuer‘ zum Fuss reinstellen - aber wissen nicht wie man das macht? Haben die dir eine vage Zusage gemacht und du sollst dich drum kuemmern? Oder willst du was vollkommen neues suchen? Das koennte knapp werden.

Sonst halte bei der Dame in Vegas zumindest mal die Optionen offen – nach einer gewonnenen Greencard (mit der Einschraenkung dass das klappen muss) ist Heirat die naechst-unkomplizierte Methode – sollte auch jeder gute Anwalt drauf hinweisen ...

Ach so – noch zur Qualifikation eines Autoverkaeufers: soweit ich das aus 5+1 Neuwagenkaeufen in USA beurteilen kann ist die geforderte Hauptqualifikation die Faehigkeit die Kaufabwicklung so zu gestalten, dass der Autokaeufer das naechste Mal lieber eine Wurzeloperation machen lassen moechte als denn nochmal ein Auto kaufen zu wollen (aber das ist eine noch andere Geschichte).

Link to comment
Share on other sites

Also Tom - da sehe ich aber jetzt auch die ganz grosse Chance fuer dich ... Wechselschritt und links herum - oder wie war das noch gleich? Ich sehe dich da schon in USA charmant als Ballroom-Wizard ueber das Parkett schweben ... :winki:
Hahaaahhaaaahhaaa.... ausgerechnet ich, der aufpassen muß, nicht über seine eigenen Füße zu stolpern... ich glaubs auch. :wacko:

Grüße

Tom

Link to comment
Share on other sites

in Wirklichkeit ist dieses Thema nicht so unmoeglich wie es immer dargestellt wird.

Aber wenn man bleiben moechte und sich nur in einer befristeten

Aufenthaltsgenehmigungs-Situation befindet darf man das natuerlich

nicht aus den Augen verlieren.

Ich hoffe, daß kam auch etwas heraus bei meinen Bemerkungen. Ich sehe bloß immer meinen Bekannten der damit dauernd auf die Schn... fällt und andere die dann zu blauäugig an die Sache rangehen, ich hatte auf Deine Reaktion in dieser Art gehofft.

Ich hatte auch vor Jahren ( 9 ?? ) mal die Möglichkeit mal ein halbes Jahr rüberzugehen um da im Sommer zu arbeiten. Damals gab es da noch so komisches Visum für. Ich dachte mir : Das machste mal, und dann mal sehen ob sich da noch was draus ergibt, was längerfristig sein kann. Besonders wenn man alleine ist, kann man ja experimentieren. Sofern sich das mit dem Job hier vereinbahren läßt oder man den gleich kappt, oder selbstständig ist.

Tom

Link to comment
Share on other sites

Also mit einem Arbeitsvisa wird es sich sehr schwer werden.

Der "einfachste" Weg ist die Greencard Lottery. Bei uns hat es nach drei Jahren geklappt.

Ich kenne aber auch Leute die machen dort schon 10 Jahre ohne Erfolg mit.

Was im Gewinnfall alles auf dich zukommt und welche Kosten damit verbunden sind, kannst du >> HIER << nachlesen.

Link to comment
Share on other sites

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

 Share

×
×
  • Create New...