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Room with a view, mit dem Reisebus im Jahr 1992 durch den Westen der USA, eine fast Pauschalreise.


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Prolog

Prolog

Nachdem ja nun einige Forumsmitglieder meinten, ich könnte doch auch mal einen Reisebericht über eine meiner Busrundreisen durch USA schreiben, sitze ich hier nun und schreibe, versuche mein Hirn auszuquetschen... die letzte Busrundreise liegt 17 Jahre zurück, also 1992.

Es wird auch etwas dauern, kommt Stück für Stück was dazu, Bilder muß ich einscannen, Digicam war zu der Zeit eher „unüblich“. Ich hoffe es wird zeitweilig nicht zu langatmig, dann bitte ich einfach weiter zu zappen. Werbung gibt es auch keine... ich fange mal bei Adam und Eva an :

„Room with a view“... ist die Titelmelodie von Dieter Wedel Dreiteilers „Wilder Westen inklusive“ und gleichzeitig der Titel dieser Story. 1988 saß ich, soweit mich erinnere, im Herbst mit meinen Eltern im Alter von zarten 18 Jahren vor’m TV und wir sahen uns diese Serie an. Man o man... Busrundreise durch die USA... das muß ja wirklich der Horror sein, meinten meine Eltern. Interessant... ob das wohl wirklich so ist, dachte ich. USA geisterte mir schon seit 2 bis 3 Jahren durch den Kopf, nahm Urlaub ( damals Azubi im Fotoeinzelhandel ), natürlich im Juli August und los ging es. Ins Reisebüro, einen Katalog bekommen „Meiers Weltreisen“ Tour ausgesucht : „Best of the West“, damals mit EZ Zuschlag ca. 4200,- DM bezahlt für 15 Tage Busrundreise. Meine Eltern waren besorgt, war das Kind doch bis dato noch nie alleine im Urlaub, meine Großeltern bibberten auch

und Oma Strolchi fragte mich : Was ißt Du denn da bloß immer ? Die haben da doch nur so Hamburgers und Pommfrits. Neee, Omma, de hebbt ock anners dor. Oh, sorry… ich meine, nein Oma, die haben da auch andere Sachen. Ock Kartuffels ? Ja, Oma, Kartoffeln haben die auch... ( aus was meine Oma wohl dachte, sind Pommes ? ) Das bestärkte mich noch darin bloß mal weit weg zu kommen und nicht wie Oma die es im ihrem Leben nur bis nach Ruhpoldig schaffte. Sorry Omi, ist ja auch schön da. Gibt es im Himmel auch Internet ?

Um es gleich zu sagen, nein, es war nicht wie im TV zu sehen. Auch der „bunte Abend gestaltet von unseren Gästen“ fiel zum Glück komplett aus. Die Reiseleiterin war nett, die anderen Gäste auch, am Ende war es ein tolles Erlebnis, 1989.

Da ich von dieser Reise keine Videos habe und auch nur Dias... schreibe ich im Folgenden von genau der gleichen Tour, nur eben 3 Jahre später.

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[align=center]Room with a view

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Ja, das Zimmer mit Aussicht hatte ich immer. Komischerweise fast immer mit Blick auf den Parkplatz. Das die Jahre davor auch schon. Muß sich rumgesprochen haben, dass ich irgendwie eine Vorliebe für Autos habe... aber doch für alte, Mensch...

Aber von vorne. 1992 war ich bereits aus meiner Lehrzeit raus und konnte einen günstigeren Termin nehmen, nämlich wieder im Mai / Juni wie im Jahr zuvor auch. 1991 habe ich wieder eine Busrundreise gemacht, diesmal organisiert von der Nord West Zeitung und DER. 1992 nahm ich dann wieder Meiers Weltreisen, eine NWZ Tour gab es diesmal nicht. Da ich die Route so toll fand, nahm ich wieder die Best of the West von 1989 die diese Übernachtungsstationen hatte :

San Francisco -> Elko -> Twin Falls -> Yellowstone -> Jackson -> Salt Lake City -> Bryce Canyon -> Page -> Grand Canyon -> Las Vegas -> Anaheim ( 2 Ü. ) -> Monterey -> San Francisco. In 15 Tagen. Man kann also schon erahnen, das wird kein Erholungstrip.

Mittlerweile kannte ich diese Strecke ganz gut, hatte die ganzen Karten der ersten Reise ja noch. Zusätzlich gab es aber wieder einige Reiseinfos vorab mit ein paar Prospekten und einen Reiseführer „Der Westen“ von Ulrich Quack, den ich sehr empfehlen kann. Mein Koffer war immer noch der erste, das spricht für die Qualität denn bei der NWZ Tour ist so einiges zu Bruch gegangen. Bei meiner Bank habe ich mir wie üblich wieder Dollars und Reiseschecks bestellt. Der Flug ging wieder mit der Lufthansa ab Bremen, über Frankfurt direkt nach San Francisco. An den Flug habe ich keine besonderen Erinnerungen, es gab die üblichen Flugzeugfilme, das Essen schmeckte wie üblich nach Pappkarton, die Bohnen wie das Fleisch, das Fleisch wie Kartoffeln und umgekehrt.

Schade, dass ich bisher keinen bewegen konnte mitzureisen. Mittlerweile hatte ich den Führerschein, allerdings musste man noch deftig Aufschlag bezahlen für unter 25 Jährige, wenn man überhaupt eine Mietwagenfirma gefunden hat die das mitmacht. Also wieder Busrundreise und : Bitte wieder ein Einzelzimmer. Halbes Doppel hatte ich das Jahr davor, das war ok aber der Typ ging jede Nacht Tauchen. Zumindest hörte sich das so an...

In San Francisco angekommen holte ich erst mal wieder meinen Koffer, kam wie üblich fast als letzter, ging durch die Einreise ( wer sind Sie, was wollen Sie ? ), durch den Zoll und schließlich zum Ausgang. Und nun beginnt der bequeme Teil der Reise. Als Individualtourist muß man ja nun für seinen Transport selbst sorgen, für sein Auto etc. Wir wurden bereits von der Reiseleiterein am Ausgang mit Schildchen erwatet und schließlich setzte sich der Pulk von ca. 45 Leuten in Bewegung Richtung Bus.

Reisebusse in den USA sind einfacher als in Deutschland. Stand im Prospekt. OK, kein Widerspruch. Als Komfort gab es Toilette hinten im Bus, Klima, Ende... Keine Bar, TV oder so ein Zeug... Wozu auch ? Man soll doch aus dem Fenster schauen. Oder einschlafen...

Wir wurden auch von dem Busfahrer mit einem „Guten Tag“ empfangen und durften da unsere Koffer an den Busstellen und für den Rest der Reise den Transport derer vergessen. Alles einsteigen ( gute Idee, ganz schön warm hier ), wir haben einen strammen Plan und ab geht er... der Bus, Richtung San Francisco, Holiday Inn Golden Gateview an der Van Ness Ave. Auf der Fahrt dorthin erklärte uns die Reiseleiterin erst mal wie sie heißt und das sie die ganze Tour unsere Reiseleitung ist. Außerdem, dass wir die jetzige Sitzreihenfolge bitte einhalten mögen aber jeden Tag uns eine Reihe nach hinten setzen, damit jeder mal vorne sitzen kann. Zudem noch, dass wir nach der Ankunft ihr Fragen stellen können, die fakultiven Ausflüge buchen können ( ich denke Pauschal heißt... na egal.. ), wir würden sie in der Eingangshalle finden.

Der Bus hielt dann erwatungsgemäß vor dem Eingang und.... „bitte alle sitzen bleiben, ich komme wieder mit den Schlüsseln !“. Ähm, na gut... es dauerte 10 min da kam sie wieder, rief unsere Namen auf und jeder Bekam einen Umschlag. Klasse, endlich bares... ne, doch keine Lohntüte. Drin enthalten war unser Zimmerschlüssel, diesmal kein richtiger Schlüssel sondern was ganz modernes, ne Plastikkarte mit Löchern drin. Damals ein Novum. Ja, und noch ein bißchen Infomaterial eben auch eine Liste der buchbaren Ausflüge nebst Preisen. Wir konnten nun auf das Zimmer gehen, die Koffer werden innerhalb eine Stunde auch da sein. Trinkgeld brauchen wir nicht geben, das ist im Reisepreis mit drin.

Ich schnappte also mein Geraffel ( 5 kg Fotogepäck ) und ne Tasche und ab auf das Zimmer. Ja, denkste... trotz 6 Fahrstühlen dauert das bei so einem großen Bunker. Das war 1989 schon so, aber richtig schlimm wird es erst Morgens. Wenn ALLE nach unten wollen.

Das Zimmer war große genug für eine Figur, King Size Bett, Blick auf die Van Ness Ave. und ansonsten unauffällig. Es war nun mittlerweile Nachmittag, schlafen kam nicht in Frage, sonst schafft man den Zeitsprung nie. Die Ausflugsliste kann ich auch noch morgen abgeben... also was mache ich ? Genau : Schick essen gehen bei Mc Donalds. Denn nun hatte ich endlich wieder Appetit. Bei mir ist es nämlich so, sobald ich in den Flieger steige, ist mein Appetit wie weggeblasen. Demzufolge habe ich kaum was gegessen und habe nun Hunger. Runter mit dem Aufzug ( das dauert... ), ab auf die Straße,

vanness.jpg

Blick auf die Van Ness Ave, Ecke Pine Street

rechts um die Ecke, am Automaten ein Tagesticket für das Muni System gezogen ( damals ging das noch, heutzutage sind die Automaten dauerkaputt ) und ab in die Cable Car auf der California Street. Rauf gefahren bis zur Powell und dort umsteigen Richtung Fishermans Wharf. Die Fahrt endete an der Taylor Street. Ideal, etwas weiter nördlich ist Mac Doof und da erst mal ein Big Mac Menü reingezogen. Das ist übrigens die einzige Filiale die ich kenne, die keine Toilette hat. Vermutlich aus gutem Grund denn der Strom der Leute die lediglich den Toilettengang vollziehen wollen, reißt nicht ab.

Gut gefüllt laufe ich am Fishermans Wharf zum Pier 39, Seelöwen hören und riechen.

Fortsetzung folgt ( ja, Photos auch... )

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Guest DisneyCruiser
Na, dann sind wir ja mal auf Deine Daguerreotypien gespannt! ;)

Gruß

Friedhelm

LOL :totlach: und sein Reisetagebuch hat wahrscheinlich mit Feder und Tintenfaß auf 'ner Pergamentrolle geführt :D

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Guest Florian

Schön das du deinen Bericht nun versucht zu schreiben. Tolelr anfang. na dann kram mal weiter in deinem Hinterkopf

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Guest Annika1503

Hi Tom,

bin auch dabei! Finde, es fängt schon vielversprechend an, echt guter Schreibstil!

Weiter so, ich freu mich auf die Fotos!!!

LG

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Guest Nisie

ich fahr auch mit, wenn ich darf.

Hab nur eine Bitte .... möchte etwas weiter weg vom Haiko sitzen.... Wenn nämlich jemand im Bus :blerg: dann muss ich auch :blerg: ...

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Dann herzlich willkommen an Bord zusammen. Der Platz hinten ist nicht zu empfehlen denn ( ich zitiere aus Wilder Westen inklusive ) : Beim Fahren wackelt's und hinten ist das Klo. Hinten ist das Klo und bei den Temperaturen in der Wüste, kann es schon mal vorkommen, das es ein bißchen duftet... bei dem Geschaukel trifft doch keiner die Schüssel, gelle ? ( Heinz Schenk als Konrad Abs ).

Ich werde erst mal nur schreiben was mir in den Kopf kommt und erst ganz zum Schluß durch Bilder ergänzen. Evtl. schreibe ich ja auch so bildhaft, daß man sie gar nicht braucht ? :)

Tom

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[align=center]Stadtrundfahrt am 2. Tag

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Bevor der 2. Tag kommt aber noch beim 1. Tag weiter. Tja, das sollte nun also San Francisco exklusiver Jachthafen werden. Zumindest dachte man dies bevor 1989 das Erdbeben kam und die Seelöwen dort hin umsiedelten, an den Pier 39 und die Pontons besetzten. Ich schlendere wieder weg zu dem teil am Hafen wo sich die ganzen Garküchen der Krebse befinden.

uscar1.jpg

US Car am Fishermans Wharf

Boah... was für eine Prüfung für die Nase aber durch den Dampf aus den Kesseln ist es etwas wärmer denn um halb 6 wurde es doch schon etwas frisch. Zeit für mich, mich noch mal kurz bei MC zu stärken und mich auf den Rückweg zu machen. Nun mal zu Fuß bis zur California Street und dann in die Cable Car und zum Hotel zurück. Zuvor noch im Supermarkt einige Lebenswichtige Dinge eingekauft wie z.B. Flaschbier... Ich sah mir etwas im TV an und entschied mich für folgende Ausflüge : Tour über Sausalito nach Muir Woods, San Francisco by Night mit Futtern beim Chinesen, Cocktail-Show in Las Vegas „Folies Bergere“, Tour durch Universal Studios und Disneyland. Also alles. :D

Der 2. Tag beginnt mit einer alten Tradition : Dem Wake up call ! Um 7 Uhr klingelt das Telefon : „Yes ??? Good morning, this is your wake up call, it’s 7 O’ clock.” Ok, than… düüüüüüü. Man, ziemlich kurz angebunden ? Nein, Ansage vom Band. Murmel... die Stadtrundfahrt beginnt um 9 Uhr. Also frühstücken ? Jo, dann mal runter ins Restaurant. Na klar, sämtliche Hotelgäste sind auf den Beinen und blockieren die Aufzüge. Unten angekommen, links um die Ecke.. wieder anstehen. Please wait to be seated. OK, ich waite also. How many ? Fragt die Tante mich. One ! Oh.... let me see.... ich hatte Glück, ein Katzentisch war frei. Ansonsten kann es manchmal eine halbe Ewigkeit dauern bis man alleine einen Tisch bekommt, wenn hinter einem 2er oder 4er Leute warten. Ich entschied mich für das Buffet welche mit geschmeidigen 12 Dollar zu Buche schlug. Netto, versteht sich... Im Grunde genommen eine totale Fehlinvestition da ich eigentlich gar nicht viel frühstücke am Morgen. Also das unübliche aufgeladen ( für mich zumindest am Morgen ) : Eier, Speck, Würstchen, Melone usw. Dazu O-Saft und Kaffee. Noch heut erinnert mich die Kombination O-Saft und Kaffee samt dem dazugehörigen Sodbrennen an meine USA Reisen.

Ziemlich fett wieder rauf auf das Zimmer... der gleiche Eiertanz mit den Aufzügen, ein bisschen „frisch“ machen, Kameras packen und wieder nach unten und wieder... na ja, Ihr wisst schon...

Da warteten wir also nun, einigermaßen gespannt was da auf uns zu kommt. Da ich aufgrund der Fülle im Bus keinen Einzelplatz nehmen konnte ( und auch nicht unbedingt wollte ), saß ich für den Rest der Reise neben einer alleinreisenden, ca. 15 Jahre älteren Frau, Bankangestellte aus Köln. Rheinischer Frohsinn, das ist doch nett. Und ab ging die Rundfahrt.... zunächst mal zu den „Painted Ladies“, den viktorianischen Häuser an der Steiner Street am Alamo Square. Sooo, hier haben Sie jetzt XY min Aufenthalt, bitte um XY Uhr wieder am Bus sein. Also alles raus, ansehen, fotografieren. Bei 45 Leuten hat man auch die Chance ständig die Figuren aus dem Bus vor der Linse zu haben. Mannnnn.... Das Wetter war noch nebelig, der Nebel war auch noch müde...

Alles wieder rein und die lustige Fahrt ging weiter zum Cliff House. Sie haben jetzt xy min Zeit bis XY Uhr... so ging das nun die ganze Reise durch, muß ja auch. Wir sahen uns um, die Kameras klickten, Kameras surrten. Wir sollten mal sehen, ob auf den Felsen Seelöwen sitzen. Bis heute weiß ich nicht ob die uns nur verklapsen wollte. Die weitere Fahrt führt uns zur Golden Gate Bridge die leider teilweise im Nebel lag, es ist übrigens heute der 2. Juni 1992.

ggbridge.jpg

Von der GG Bridge fuhren wir weiter zum Pier 39 wo wir genügend Zeit hatten ggf. auch was zum Mittag zu essen. Was aß ich ? Falsch ! Einen Hot Dog ! Übrigens gingen wir nie im Pulk durch die Gegend, sondern immer schön so wie wir wollten. Die Reiseleiterein lief also nie mit einem Fähnchen vorne weg. Einige Reisende hingen aber an Ihr wie eine Klette. Was bietet sich an am Fishermans Wharf ? Genau... eine Fahrt mit der Fähre. Die legte erst mal in Tiburon an. Man hatte eine tolle Sicht auf die Golden Gate Bridge und auf die Stadt. So eine kleine Bootstour ist zu empfehlen. Nachdem wir Tiburon passiert hatten, nahmen wir Kurs auf Sausalito und legten erwartungsgemäß an. Wieder Zeit zum Stöbern !

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Die Reiseleiterein lief also nie mit einem Fähnchen vorne weg.
kein Fähnchen? Im ganzen Urlaub nicht? Tom das enttäuscht mich jetzt etwas :winki:

Finde ich sehr schön, mal einen Urlaub aus der Sicht eines Bustouristen zu lesen :thumbup:

LG

Claudi

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Guest DisneyCruiser

Kein Fähnchen?

Also hattet Ihr auch nicht alle die gleichen Jacken oder T-Shirts an? :whistling:

Ich finde diese japanischen, koreanischen oder chinesischen Busreisegruppen auf dem Frankfurter Römer immer so scharf. Die sehen immer aus, als ob sie geklont worden sind ;)

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Nein, keine Fähnchen, keine Cappen, keine T.Shirts, Blusen, Hosen, Unterhosen, Socken im Einheitsdesign. Aber wer weiß was noch kommt ?

@ Haiko : Danke für die Blumen. Entweder wir würden viel Spaß im Urlaub haben oder es wird der totale Horror. "Indvidualist" trifft auf Mr. "stör' mich nicht im Schlaf und meine Kreise..."

OK, manchmal fallen mir jetzt die Dinge hinterher ein. das Essen im Flieger schmeckte selbstverständlich nicht nach Pappkarton. Sondern nach heißem Pappkarton. Soviel Ehre muß man dem schon lassen.

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Ich schlenderte am Hafen längs, in den kleine Läden, bewunderte die Käse-Grillettas die sich auf einem Drehrost in einem Schaufenster drehten. Die Bude war voll, muß ja wohl lecker sein. Evtl. kommt es auch daher, dass man die Burgers schlecht erkennen konnte, durch die mit Fett vollgespritzte Scheibe. Na ja, ich hatte ja meinen Dog drin...

Am Hafen stiegen wir dann in den Bus um ? Wie, was jetzt ? Zwei kleine Busse ? Man erklärte uns, die Straßen die zu den Muir Woods rauf gingen sind sehr eng, der große Bus würde dauernd die Mittellinie überfahren was nicht erlaubt sei und zudem gefährlich, also zwei kleine Busse. In der tat waren die Kurven sehr eng und besonders die Rückfahrt war spaßig. An der Straße gab es keine Leitplanken und es geht wirklich nur abwärts dort. Der Busfahrer war flott unterwegs und so wurde ein zwei Leuten auch flott schlecht. Üble Sache, würd ich ma sagn. ;)

Die Redwoods sind wirklich beeindruckend. Man hat es John Muir zu verdanken, dass überhaupt noch was steht, denn es ist hervorragendes Bauholz. Die Bäume können bis zu 100 Meter hoch werden, sind aber deutlich dünner als die Sequioas und sollen angeblich ziemlich feuerfest sein aufgrund des geringen Harzanteils. So hat man uns das jedenfalls erklärt.

Nach dieser Tour ging es wieder ins Hotel zurück. Auf dem Zimmer war ich wieder um ca.17:30. Um 19 Uhr ging es dann auf die Tour „San Francisco by night“. Also erst mal zum Futtern, zum Chinesen. Chinatown, ich komme ! Ähm, wieso fährt der Busfahrer denn jetzt links in die Lombart ? Sollte man ihm nicht sagen, dass Chinatown rechts rum liegt ? Ja, wir fahren jetzt zu einem Chinesen, der liegt nicht in Chinatown. In Chinatown essen nur die Touristen, die besten Chinesen finden sich außerhalb Chinatowns. Nun bin ich natürlich am grübeln : Was bin ich ? Also Tourist nicht ? Landesfreund ? Eingeladener Gast ? ( ne, ich zahle ja.. ).. Wie auch immer, wir halten an einem unscheinbaren Laden ( wann kommt die versteckte Kamera ? ), der mehr einer Art Lagerhalle ähnelt. Wo sind die Löwen, Pagoden etc. ? Innen allerdings wirkte der Laden wie aus Chinatown.

Die Karte war in Englisch aber für uns uninteressant, denn wir saßen in Gruppen an einem Tisch mit Drehplatte. Sehr praktisch... jeder konnte sich nehmen was er wollte. Sozusagen eine Art stationäres Büffet mit begrenzter Auswahl. Zum Trinken ? Klar, chinesisches Bier.

Essen gehen ist in den USA ja meist eine kurze Angelegenheit und so waren wir auch schnell durch... und die nächtliche Fahrt kann beginnen. Es ging in Richtung der Oakland Bay Bridge die zumindest damals noch fantastisch beleuchtet war. Gesponsert von Firmen und Privatleuten weil es der Stadt zu teuer war. Wir fuhren auf die gegenüberliegende Seite der Stadt und hatten einen traumhaften Blick auf die Bay Bridge und die Stadt. Tausende kleine Lichter waren in der Ferne zu sehen. Die Reiseleiterein erzählte von der Untergrundbahn „BART“ die wirklich super ist, wenn sie funktioniert. Offenbar nicht gerade ein Muster an Zuverlässigkeit.

Zurück wieder über die Brücke zum Embarcadero mit dem alten Ferrybuildung welches auch toll beleuchtet war. Mit Beleuchtung, Lichetrn wie so Weihnachten hatten die das irgendwie. Es ging dann in die fantastische Lobby des Hyatt Regency. Ein toller Springbrunnen der seinen Chlorgeruch verströmte und die beleuchteten Außenfahrstühle die wie Zylinder aussahen. Wir schlenderten umher, ah und oh... wieso wohnen wir nicht hier ? Ach so, ich hatte ja Eco-Class gebucht.

Um uns noch etwas weiter auf den Boden der Tatsachen zu holen, fuhren wir zum Nob Hill, zum Fairmont Hotel. Die Lobby ist natürlich auch der Knaller, viel Marmor, weiche Teppiche... und : Wir drangen noch weiter in diese Welt vor denn zum Abschluss gab es einen Cocktail im Crown Room. Mit einer tollen Aussicht auf SF. Vorausgesetzt, es ist kein Nebel. Also nicht so wie bei uns...

Zurück wieder ins Hotel und ab ins Bettchen. Morgen geht die Tour los, d.h. 6 Uhr wecken... *jammer*

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Dieser sch. blöde Telefonaparillo..... Um 6 Uhr klingelte es also wieder und die unzugängliche Dame vom Vortag meldete sich, nur eben eine Stunde früher. Da es heute auf die Tour geht, ändert sich der Ablauf. Auf dem Plan stand : Waschen bzw. duschen, Koffer packen, Frühstücken, fertig sein. D.h. der Koffer wird um 7 Uhr abgeholt, man stellt ihn einfach vor die Tür und hofft, dass er von der richtigen Person mitgenommen wird. Man kann auch seine Schuhe zum Putzen vor die Tür stellen. Zumindest sind sie am nächsten Tag nicht mehr dreckig, denn sie sind vermutlich weg, im Müll... Man ist ja nicht in Deutschland, gelle ? Also Koffer fertig packen und los zum Frühstück... oh, Mensch... das wird aber knapp. Hin zum Fahrstuhl und .... jawoll... das gleiche Spiel. Wäre auch ja auch ein Wunder gewesen, es sei denn 50 % der Leute wären ausgezogen. Hin zum Büffet, wieder rauf. Das fast Unvermeidliche am Morgen erledigen und : 7:45 Uhr... also schnell nach unten. Bis der Fahrstuhl wieder kommt. Man o man... und dann hält der Fahrstuhl in jedem Stockwerk an. Was ja nicht weiter schlimm wäre, wenn man nicht wie ich im 22. Stock wohnen würde. Da reichen dann die 15 min auch nicht aus und schon war ich das erste Mal zu spät. Hoffentlich haben wir nicht noch mehr von diesen Hotels, sonst erfordert das neue Organisation am Morgen. Entweder früher aufstehen oder Dinge weglassen.

Heute führt uns die Tour nach Reno. Erst mal wieder seine korrekte Reihe suchen, das klappt übrigens ganz gut. Klar, die ewigen Nörgler haben auch da was zu meckern... nein, nein... wir sitzen aber das jetzt... gähn, zum Glück auf der anderen Seite...

Auf der I-80 geht es nun Richtung Sacramento. Wir verlassen im Nebel bei recht kühlem Wetter San Francisco. Die Gras-Vegetation draußen vor dem Busfenstern wechselt von grün nach gelb. Aus dem Bus raus kommen wir erst wieder in Sacramento : Bam ! Von 16 Grad in SF auf 16 Grad im Bus auf 32 Grad in Sacramento. Erstes Ziel ist das Capitol dort. Grell weiß erhebt sich das Gebäude mit der gewaltigen Kuppel die höher sein soll als in Washington hinter dem gepflegten, sattem Grün.

oj7eqv5p.jpg

Also tröpfeln wir langsam in das Regieringsgebäude rein. Es gibt dort auch ein kleines Museum mit einigen alt eingerichteten Räumen, auch einem Tresor usw. Der Boden ist schwarz-weiß gefliest, alles wirklich edel. Nach hinten raus kommt man in den Park wo es eine Menge Orangenbäume gibt und wieder viel sattes Grün. Sehr hübsch dort...

Hübsch war es auch in Sutters Fort, unserer nächsten Station die nicht weit entfernt liegt.

hdzce2n6.jpg

Sutters Fort und Sutters Mill sollte man sich ansehen wenn man dort in der Region unterwegs ist. Sutters Fort ist eine Art Freilichtmuseum, die Räume sind alle eingerichtet, Werkstätten, Küche usw. ist dort zu sehen. Man kann sich auch immer Kommentare zu dem jeweiligen Raum anhören. Das Fort ist übrigens gemauert und nicht wie oft in Western dargestellt mit so einem Holzgartenzaun umgeben.

Gegen Mittag landen wir dann in Old Sacramento, der Altstadt die natürlich im Western Stil ist mit Saloons, div. Geschäften etc. Dort gab es auch ein Burger King, also... rein da. Bestellt und... ich bekam einen Becher und ne Nummer. Fertig... hmmm ???? Und nu ? Ach so, Becher selbst auffüllen... meine Nummer wurde aufgerufen und bekam einen ziemlich dürftig belegten Burger. Auch aufgeklappt... wat nu ? Wieder Scherzerchen ? Ach, da gibt es eine Salatbar... dort soll man sich dann nach eigenem Gusto den Burger belegen. Das war auch der einzige Burger King wo das so wahr. Mampf, spül... fertig. Ops, xy Uhr... schnell zurück zum Bus...

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Guest Missi
Sorry wenn wir immermal anhalten müssen denn ich muß bei dem Busfahren immer :blerg: Sorry.

Ach Du auch? :blush: :love:

Einmal sind wir von Herne mit dem Bus nach London gefahren, und in Castrop-Rauxel hab ich schon quasi in der Bordtoilette gewohnt... smilie_krank_141.gif

Unbedingt schnell weitermachen, war OT, sorry...

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Der Motor vom Bus lief schon, zur Kühlung. Also von den mittlerweile 34 Grad wieder in die 16 Grad ( oder so ) und ich wunderte mich, dass ich so schwitzen konnte. Man könnte meinen ich bestand aus Metall auf dem Wasser kondensiert, nur das es da eher anders rum geht : Kaltes Material trifft auf warme Luft... Rinnen muß der Schweiß, so ein Urlaub ist ja kein Spaß. Ansonsten ist so eine Klimaanlage eine feine Sache. Gelegentlich auch für Erkältungen...

Weiter ging die Fahrt Richtung Lake Tahoe. Wenn es was zu sehen gab am Wegesrand oder es besonders schön war, hielten wir an. So wie in einem Falle wo ich erst nicht so genau wusste warum. Wohl nur Füße vertreten. Hanoi... da is a Bärbaby am Hang und einige Flitzpiepen rennen hinterher. Könnte interessant werden wenn Mamabär in der Nähe ist. Die Reiseleiterein hat die geistig umnachteten wieder eingefangen und ermahnt. Derweil fand eine andere Mitreisende den Knaller : Tannenzapfen ! Tjaaaa, da staunt Ihr, was ? Echte... OK, Tannenzapfen ansich sind jetzt nicht so der Burner aber die Dinger waren von den Ausmaßen schon enorm. Ca. 15 cm hoch die Dinger. Die dazugehörigen Bäume könnten aber eigentlich etwas größer sein... also wenn ich überlege, ein bis zu 80 Meter hoch werdender Sequioa wirft Zapfen mit einer Größe von ca. 5 bis 6 cm ab... wie groß könnte dann der Baum aus diesem Zapfen werden ? Ne, lassen wir das schnell weg...

Landschaft gibt es nun jede Menge und auf einem Berg konnte man nun schon den Lake Tahoe in der Ferne sehen. Angekommen, landen wir an einem Strand in South Lake Tahoe. Jo, sehr hübsch dort, ein Bergsee auf 2000 Meter. Ziemlich kalt zum Baden, 12 Grad habe ich mir sagen lassen.

Weiter geht es über die Berge nach Virgina City. Hier verabschiedete sich unserer Fahrer von seiner Frau für die Zeit der Tour und Mark Twain hat hier für eine Zeitung gearbeitet. Natürlich zu unterschiedlichen Zeiten... Wir besichtigen die kleinen Läden, einige alte Gebäude gibt es noch wie das Piper Opera House. Zu besichtigen auch der Selbstmördertisch im Saloon. Soll wohl gut gebucht worden sein in jenen Tagen. Virginia City ist ein Abstecher wert auf dem Weg nach Reno, dem Endpunkt der heutigen Route. Wie immer bekommen wir die Schlüssel und die Empfehlung, es gäbe ein gute Büffet im Eldorado Casino. Der Empfehlung folge ich mit ein paar Mitreisenden und wir wurden nicht enttäuscht.

Zu Fuß ging es wieder ins Hotel wo ich im Zimmer einen Absacker zu mir nahm, TV... und : Schnarch...

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@ Haiko : Ich wollte nie einen Reisebericht erstellen, weil das alles kalter Kaffee ist. Ja, ich habe ein Foto der Brücke im Teilnebel und auch von ein paar alten Autos am Straßenrand, wenn ich mich recht erinnere.

Ich plane übrigens meine Autobiographie zu schreiben, die ersten 40 Jahre... Teil 1 von 3 "Wer ist das eigentlich ?". Ich denke, das Buch wird dick... :D

Danke, Susanne !

Tom

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Haiko, ich werd' gleich rot hier... Also ich habe mein Tagebuch nicht gefunden und mittlerweile bin ich nicht mal mehr sicher, ob ich je eines hatte aus dem Jahr. Ich lasse hier mein Video laufen ( Camcorder mit Monitor ) und neben dem was ich da sehe, kommen die Erinnerungen zurück bei den Details. Das ist auch für mich interessant. Scheint das Langzeitgedächtnis doch noch nicht so schlecht zu sein. Das beruhigt mich dahin gehend, das ich es sonst auch mal vergesse wenn ich im Badezimmer war und vor dem Zähneputzen noch wusste, daß ich was aus dem bad rausnehmen wollte und es nach dem Zähneputzen nicht mehr wusste bzw. dran dachte. Und ich putze keine ganzen drei Minuten....

Tom

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Hey Caddie ,bin gerade quasi erst zugestiegen und finde deinen Bericht klasse .Für mich der nie viel vorbucht und alles entspannt auf sich zukommen läßt ,ist so eine Bustour einerseits der blanke Horror andererseits irre lustig.Also weiter so ,kanns gar nicht abwarten. :thumbsup:

Gruß Alex

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Mensch Tom - gerade erst uebergeredet einen RB zu machen und schon sind wir am dritten Tag der Reise. Klasse Bericht - ich suche mir auch mal einen Platz im Bus. Muessen die virtuellen Mitfahrer auch jeden Tag in eine andere Reihe? Ich sitze im Bus ja traditionell immer hinten bei den Rabauken in der letzten Reihe, aber jetzt lerne ich dort kann das WC unangenehm riechen? Vielleicht koennen wir ja die Tuer mit einem Allzweckschluessel abschliessen - oder haben wir Leute mit schwachem Durchhaltevermoegen dabei ...?

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@ Christian : Ja, ich weiß auch nicht was da mit mir los war, manchmal sprudelt es aus mir heraus.

Ich kann dich beruhigen, das Toi ist nie unangenehm aufgefallen während der Reise und es wurde uns auch gesagt jenes nur im äußersten Notfall zu nutzen. Und so war auch nie jemand drauf, wer will sich schon mit der Reiseleiterin anlegen ? ICH ! Doch dazu später...

Ne, ne... also Du mußt auch rotieren, das gibt nur Ärger.

Tom

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