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Hatchcanyon

Ein Stück von Moabs Geschichte

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Ein Stück von Moabs Geschichte.....vielleicht interessierts ja. (Wir sind der Überzeugung, dass man nicht wirklich war, wo man die Geschichte nicht ein wenig kennt.)

 

Dass Moab eine der bedeutendsten Yellow Cake Towns der USA war, ist vielleicht bekannt. Man nannte sich selbst zeitweise "Uranium Capitol of th World". Vielleicht nicht 100% korrekt, - es gab da noch Grants - aber auch nicht ganz abwegig. Noch heute findet man das Uranium Building an der Main Street. und seit neuestem Atomic Moab Burger an der US 191 und der KOA Campground hat die Adresse Uranium Avenue. In den 1950er verkaufte man Uranium Jewelry.

 

Wie kam es dazu?

 

Nach WW II befürchtete die US-Regierung eine Abhängigkeit von ausländischem Uran. Man bezahlte daher sehr viel Geld, um Prospectoren zu bewegen, im Inland nach dem Material, von dem man sich auch zivil das Blaue vom Himmel versprach, zu suchen. Der Staat finanzierte die Erschliessung der Gebiete - viele Trails, die wir heute für 4WD benutzen, gehen darauf zurück - den Abtransport sowie das Erz selbst, das nur von der AEC aufgekauft werden durfte. Ein Monopol, welches den Minenbetreibern stolze Preise bezahlte. Selbst kleinste, primitive Abbaustellen waren zeitweise rentabel.

 

Dann kam Charlie Steen. Der studierte Geologe lebte mit seiner Familie hochverschuldet in prekären Verhältnissen. Er hatte sehr eigene Vorstellungen, wo wirklich rentable Fundstätten liegen sollten. Die Leute von der AEC verspotteten ihn, aber er sollte recht behalten. Im Juli 1952 fand er sein Bonanza!

 

Die Mine Mi Vida (spanisch: Mein Leben) sollte sich als eine der reichsten überhaupt erweisen. Charlie Steen war sozusagen über Nacht "from rags to riches" gelangt. Er wurde zigfacher Multimillionär.

 

Obwohl die Mine in der San Juan County (Monticello) liegt, war stets Moab für ihn der Anlaufpunkt. Die Town explodierte, Wohnraum war rar, die Leute schliefen in ihren Autos am Strassenrand, Schulen mussten Mehrschichtbetrieb einführen. Eigentlich katastrophale, aber auch einträgliche Zustände. Steen finanzierte zum entscheidenden Teil den Ausbau der Stadt, liess sich selbst hier mit seiner Familie nieder. Das Haus - ebenfalls Mi Vida genannt - steht im Hang nördlich der Town, bietet einen schönen Blick übers Spanish Valley. Nach seinem Wegzug nach Nevada wurde es Restaurant - ebenfalls Mi Vida - trägt heute den Namen Sunset Grill.

 

In den frühen 1970ern endete der Uranboom fast so abrupt wie er begannt. Die Hoffnunge auf zivile Nutzung hatten sich weitgehend zerschlagen und das Militär besass ein Atomwaffenarsenal mit totaler Overkill-Kapazität. Der Staat stoppte sein Aufkaufprogramm, der Markt brach zusammen. Auch die Mine Mi Vida schloss.

 

Moab wurde schwer getroffen. Die Bevölkerung ging erheblich zurück. Ein Strohhalm war die parallel aufkommende Naturtouristenbewegung. Das half, der Tiefpunkt wurde so um 1985-87 erreicht. Heute ist Moab wieder Boomtown, aber eine völlig andere.

Allerdings muss die Town bis heute mit ihrer Vergangenheit kämpfen. Am Ufer des Colorado Rivers lagern über 15 Millionen Tonnen radioaktiver Abfälle, die der Staat bis ca. 2020 nach Crescent Junction in eine sichere Deponie verbringen will. Wir fanden in 1987 neben dem Greenwell Motel (Best Western) noch einen öffentlichen städtischen Container, der für radioaktiven Abfall bestimmt war.

 

Wo findet man diese sagenhafte Mi Vida Mine?

 

Los gehts bei 12S 0642380 4229250 an der US 191, 8,3 Meilen südlich der LaSal Junction. Hier zweigt die kleine, geteerte Steens Road nach Osten ab, folgt auf der ersten dreiviertel Meile dem historischen Old Spanish Trail. Nach 4 Meilen erreicht man den Casa Colorado Rock, eine sehr orange Butte. die schon von den frühen spanischen Explorern benannt wurde.

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Casa Colorado Butte

 

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Red Rock

 

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Seitenarm des Big Indian Washs

 

Die geteerte Road führ zu einem Seitenarm des Big Indian Washs bzw. weiter ins Lisbon-/Big Indian Valley, einem jener Salztäler, die die Landschaft rund um die LaSal Mountains prägen. Ohne diese geologische Phänomen gäbe es keinen Arches N.P.

Man kann hinunter an das Zusammentreffen zweier Canyonarme farhren. Dort endet der Teer, den Rest kann man vorsichtig fahren, wenn man kein HC-Vehicle hat oder auch laufen. Weit ist es nicht.

 

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Im Nebenarm des Big Indian Washs

 

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Die berühmte Mi Vida Mine

 

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Charlie Steens bekannter Jeep hinter dem heutigen Sunset Grill Restaurant

 

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Lisbon- /Big Indian Valley

 

Ein Stück weiter und man steht am Rand des Salztals. Gegenüber erkennt man eine moderne Tagebau-Mine. Man gewinnt Kupfererz oder genauer: man gewann! Der Abbau wurde vor wenigen Jahren eigestellt - derzeit unrentabel.

Link zu kompletten Story: Big Indian

Quellen:

- Yellowcake Towns Michael A. Amundsen; University Press of Colorado; ISBN 0-87081-662-4

- Canyon Legacy No. 13 Geology of the Canyonlands; Journal of the Dan O´Laurie Museum - Moab, Utah; ISSN 0897-3423

- Canyon Legacy No. 9 GExplorers and Expeditions; Journal of the Dan O´Laurie Museum - Moab, Utah; ISSN 0897-3423

- Canyon Legacy No. Volume 56 Uranium! Part 1; Journal of the Dan O´Laurie Museum - Moab, Utah; ISSN 0897-3423

- Canyon Legacy No. Volume 57 Uranium! Part 2; Journal of the Dan O´Laurie Museum - Moab, Utah; ISSN 0897-3423

- Canyon Legacy No. Volume 58 Uranium! Part 3; Journal of the Dan O´Laurie Museum - Moab, Utah; ISSN 0897-3423

- A History of Grand County; Richard A. Firmage; Utah State Historical Society ISBN 0-913738-03-4

 

Gruss

 

Rolf

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Sehr interessant diese Geschichte. Auch hier wieder eine Erfolgsstory, welche auf Visionen basiert. Der Schuss hätte aber auch nach hinten losgehen können. War aber doch ein Happy End....zumindest für Mr. Steen.

Rolf, da stimme ich Dir zu. Hintergrundinformationen lassen einen Ort ganz anders erscheinen.

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Naja, langfristig wars für Charlie Steen nicht das wahre Happy End. Er verlor fast sein gesamtes Vermögen und starb mit Alzheimer. Seine Asche - so wie die seiner schon zuvor verstorbenen Frau - wurden auf der Mine verstreut.

 

Gruss

 

Rolf

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Doch kein Happy End. Tja, das Leben geht oft seltsame Wege.

Aber dennoch Danke für diese kleine Geschichte. So etwas gefällt mir immer.

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