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Hatchcanyon

Doll House im Maze District des Canyonlands National Parks

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Diese Geschichte ist alt, stammt aus 1994. Wir waren noch ziemlich blutige Anfänger, wollten DAS grosse Abenteuer. Alle Aufnahmen sind gescannte Diascans mit entsprechend geringer Qualität.

 

Canyonlands Maze District! Weit draussen, keine Zufahrt auf Teer! Dort musste es einiges zu entdecken geben? Eine Frage von Anfang an, als wir begannen, das südöstliche Utah zu besuchen. In 1994 sollten wir mehr erfahren.

Leicht machte es uns dieser Teil des Parks nicht. Als wir zwei Jahre zuvor das erste Mal in Richtung der Ranger Station Hans Flat unterwegs waren versagte unser Auto! Im Jahr darauf kamen wir immerhin bis zum Maze Overlook, überwanden trotz der Horrorbeschreibung einer Rangerin (wir nannten sie Gretchen!) den Flint Trail. Die Strecke erwies sich als hart, dafür der Blick vom Overlook als grossartig und ab diesem Zeitpunkt reifte der Entschluss - ins Maze müssen wir rein!

Kartenmaterial und andere Unterlagen zeigten nur ganz wenige Trailsfür 4WD gab. Einer der längsten endete am sogenannten Doll House, einer aussergewöhnlichen Felsgruppe hoch oben am Rand des Cataract Canyon.

Das reizte ungemein. Es war die ungewöhnliche Landschaft, die wir vom Maze Overlook gesehen hatten und dann war da die lange Strecke ohne Teer. Abenteuer pur! Dem wollte ich noch eins draufsetzen, am Doll House übernachten und am folgenden Tag über Trails weiter nach Westen vorstossen, nochmals campieren, über die Henrie Mountains zur Notom Road und UT 24 zurückkehren. Zusammen runde 200 Meilen off pavement.

Das Unternehmen schrie nach Logistik! Distanz und maximaler Tankinhalt bzw. Verbrauch des Ford Explorers passten nicht zusammen. Ersatzkanister mussten her!  Wir besassen "Topomaps" von Trails Illustrated, 1:100.000er Topomaps vom USGS und unseren Jack Bickers mit den Off-Road Vehicle Trails - Maze Area. Darauf stützte sich die Planung. GPS gab es in 1994 noch nicht, aber einen Kompass hatten wir auf dem Armaturenbrett montiert. Isomatten, Decken, Essen und Trinken, Taschenlampen etc. Dazu ein Camping-Wassersack. Schlafen wollten wir auf der Ladefläche des Explorers, die lang genug war, wenn auch nicht besonders breit.

Machen wir uns auf den Weg! Wegen der Spritproblematik fahren wir zuerst nach Hanksville. Das liegt näher an Hans Flat als Green River. Volltanken! Zurück in Richtung I 70, um ca. 1/2 Meile vor der Abfahrt zum Goblin Valley auf eine gute Gravel Road abzubiegen. (12S 0537403, 4274850) Runde 45 Meilen bis Hans Flat liegen vor uns. Theoretisch auch mit Pkw zu schaffen, wenn man vorsichtig ist.

* Eine technische Anmerkung zu den nachfolgenden Bildern!

Das Diamaterial dieser Reise erwies sich als sehr grobkörnig, was das Digitalisieren erschwert und die Ergebnisse verschlechtert. Gleichzeitig steigen die Dateigrössen deutlich an. Der Grund für die Qualitätsminderung ist unbekannt - es handelte sich um die gleichen Kodak-Filme, die wir stets verwendet haben.

 

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Die Road nach Hans Flat, das auf dem Schild nicht verzeichnet ist. Wir sollten uns links halten!

 

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Hans Flat Ranger Station

 

In der Ranger Station erwerben wir ein Permit, um am Doll House übernachten zu dürfen. Kein Problem, von den 8 vorhandene Plätzen ist bislang nur einer belegt. Welchen wir denn haben wollten? Wir können die Frage nicht beantworten, da wir noch nie dort unten waren. Der Ranger meint, er gibt uns einen Platz, den er für gut hält. Noch ein paar Worte zum Flint Trail. Nicht anders als üblich soll der sein. Gut, das werden wir irgendwie schaffen.

Er erwähnt noch, es wäre möglich, das wir auf der Strecke Ranger träfen, die einen Archäologen und seine Ausrüstung hinunter brächten. Und dass wir vermutlich rund um den Teapot Rock ziemlich viel Zeit brauchen würden, da der Trail anspruchsvoll sei. Wir werden sehen!

Die Road zum Flint Trail braucht auf jeden Fall ein Fahrzeug mit High Clearance. Einige Stellen sind sehr felsig. Geschätzte 12-14 Meilen liegen vor uns und am so genannten Flint Trail Overlook halten wir "vorschriftsmässig" an. Das hat einen guten Grund! Wehe, man führe da hinab und es käme jemand entgegen. Man kommt nicht aneinander vorbei, Wenden ist auch nur an 2 Stellen möglich.

Vom Overlook aus hat man die Steigungsstrecke mit über 200 Metern Höhenunterschied im Blick. Die Weglänge mit Haarnadelkurven, - man muss stellenweise zurücksetzen - beträgt rund 1 Meile. Kommt auf den nächsten 2 Meilen unterhalb des Trails jemand? Dann muss man warten bis er oben ankommt, damit man sich nicht in der Steigung trifft!

 

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Der Flint Trail vom Overlook aus gesehen

 

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Tea Pot Rock ist eine wichtige Landmark

 

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Orange Cliffs

 

Die Road ist nicht einmal so schlecht. Gelegentlich, wenn sie auf Höhe der Chinle-Schichten verläuft, haben sich tiefe Löcher ausgewaschen, die auch mit Wasser gefüllt sein können, wenn es Tage zuvor Niederschläge, Gewitter gab.

Waterhole Flat! Eine ausgedehnte Ebene und ein wichtiger Kreuzungspunkt (12S 0575400, 4212435). Geradeaus geht es nach Hite, rechts hinauf zum Sunset Pass und links - da wollen wir hin - durchs Land of Standing Rocks zum Doll House.

Hier kann man sich nach dem Flint Trail ausruhen! Einfach nur eine Spur im Grünen, weich und angenehm zu fahren! Ein perfektesTäuschungsmanöver! Nur 2 Meilen weiter beginnt die Hölle! Oder fast! Zum Glück laufen wir noch zuvor auf einen Suburban der National Park-Verwaltung auf. Vollbeladen quält er sich vorwärts. Es muss der Archäologe sein!

Der kommt ja nicht vorwärts! Wie lange sollen wir hinter der Schnecke herfahren? Jeder Wash scheint für den Fahrer eine Herausforderung zu sein. Dreimal ansetzen und immer noch nicht durch!

Wahrscheinlich bin ich zu drängelig; typisch Europäer halt. Der Wagen fährt rechts ran und Gretchen steigt auf der Beifahrerseite aus! Schau an, so trifft man sich wieder! Natürlich muss sie uns kontrollieren, will unser Permit sehen! Voila! (Wie ich später herausfand, "durfte" sie das an der Stelle eigentlich nicht - wir waren dort nicht im National Park!) "Gnädig" erlaubt sie uns die Weiterfahrt! Nicht nur das, wir sollen vorbei fahren! Gewonnen! Der offenbar unerfahrene junge Ranger am Steuer war sicher dankbar für die Pause - der Mann auf dem Rücksitz auch! Bin ich froh, dass ich da nicht sitzen muss!

 

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Beim Teapot Rocks wird der Trail als anspruchsvoll. Man kommt kaum mehr als 3-5 Meilen pro Stunde voran.

 

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Rough Road

 

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Wenig Platz bis zum Abgrund!

 

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Für Felsklettereien ist der Explorer gar nicht übel

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Felsskulptur "Mother and Child"

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Land of Standing Rocks

 

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The Chocolate Drops

 

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Standing Rock

 

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The Plug

 

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North Flat

 

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Annäherung an das Doll House

 

Die länger werdenden Schatten zeigen, es wird Zeit, anzukommen. Schliesslich wollen wir uns noch vor der Dunkelheit einrichten. Gut, dass wir die Ranger hinter uns lassen konnten. Hätten wir weiter hinterherzuckeln müssen, es wäre vermutlich zeitlich eng geworden.

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Hier werden wir campieren

Einen wunderschönen Platz hat uns der Ranger ausgesucht! Dafür können wir uns nur bedanken. Die sich dem Horizont nähernde Sonne verwandelt alles. Doll House - ja wie verwunschene Puppen stehen die riesigen steinernen Monumente da. Fangen sie bei Nacht an zu leben?

 

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Wir nutzen das Licht und streunen ein bisschen herum, sehen, was das Wunderland bietet. Ziemlich warm ist es noch, angenehm, sich im Freien aufzuhalten. Angenehm auch für mich, der ich die ganze Strecke alleine gefahren war, mal ein Stück zu laufen.

Wir entdecken den ausgehöhlten Stein, mit dem die Sonne gerade spielt, sehen Schluchten, die schon vollständig im Schatten liegen, wo sich das blaue Himmelslicht über die Steine legt. Hier kann man wahrlich die blaue Stunde erleben!

 

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Abends im Doll House

 

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Das Auto erscheint wie Spielzeug

 

Es wird Zeit, sich für die Nacht häuslich einzurichten. Erst mal lade ich den grossen Zusatzkanister aus, der müffelt nämlich nach Sprit! Kein Wunder bei den Erschütterungen, die er aushalten musste. Auch ein paar andere Dinge wandern von hinten auf die Vordersitze oder in den Fussraum. Isomatten ausrollen, Decken darüber. Probeliegen! Kuschelig eng ist es und wir haben etwas vergessen - Kissen! Da werden wir wohl unsere Häupter auf zusammengerollten Jacken betten müssen.

Der Ice Chest liefert das Abendessen. Sonnenuntergang, kurze Dämmerung, ein phantastischer Sternenhimmel. Noch ein bischen Lesen im Schein unserer Handlampen. Und langsam baut sich ein Problem auf! Im geschlossenen Auto wird es tierisch warm. Zu warm! Kein Wunder, auch jetzt in der Dunkelheit liegt die Temperatur im Freien noch immer sehr hoch. Also erneut alle Türen auf, Luft hereinlassen.

Das soll sich ändern! Irgendwann in der Nacht, vielleicht gegen 2 Uhr wachen wir auf, frieren. Draussen ist es bitter kalt geworden. Bei diesem klaren Himmel kühlt es eben schnell und stark aus. Wir ziehen unsere Jeans und Tshirts wieder an.

Die Temperatur sinkt weiter! Unsere Decken sind zu dünn und die Wände der Ladefläche inzwischen eiskalt. Aufgrund der Enge ist es kaum zu vermeiden, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Wir frieren erbärmlich, obwohl wir versuchen uns gegenseitig zu wärmen. Auch zusätzlich angezogene Jacken helfen nur bedingt. Gegen Morgen ist es bis auf 2°C über Null abgekühlt.

Es wird hell, aber nicht warm. Noch nicht! Wir stehen im Schatten der Felsenburg! Trotzdem, es muss was geschehen! Raus aus dem Auto, Katzenwäsche am Wassersack - der Inhalt ist eiskalt! Ein karges, kaltes Frühstück, nur Mineralwasser zum Trinken. Richtigen Hunger haben wir nicht - wir frieren!

 

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Der Photograph zittert!

 

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Morgenlicht

 

Wir machen noch einen kurzen Erkundungsgang. Bewegung wärmt auf! Ausserdem erleben wir so die Umgebung um unseren Schlafplatz noch einmal in einem ganz anderen Licht! Das Sprichwort stimmt, Licht verändert die Dinge!

Auto wieder einräumen, alles festschnallen. Sind wir startbereit? Es kann losgehen. Wir sind gespannt, was uns heute noch begegnen wird. Eines ist jetzt schon klar - wir sehnen uns beide nach einer schönen, warmen Dusche!

 

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Pullover am Morgen

 

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Der Rückweg wird auch nicht leichter als die gestrige Tour. Immerhin wollen wir nicht den Flint Trail hinauf.

 

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Erneut die Chocolate Drops

 

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Am Tea Pot gibst natürlich immer noch die gleiche enge Stelle wie am Vortag

 

Der Weg zum Waterhole Flat kommt uns heute auch nicht kürzer vor. Man benötigt ca. 3 Stunden für die Strecke zwischen Doll House und der Kreuzung . One way. Dort angekommen gehen wir den zweiten Teil unserer Abenteuer-Tour an. Aber das ist eine andere Geschichte!

Gruss

 

Rolf

 

Gruss

Rolf

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Toller Bericht, tolle Bilder. So etwas würde ich auch gern mal machen. Ist ja echt ein Nervenkitzel mit dem Auto. Ja, und die Landschaft...einfach phänomenal.

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Toller Bericht, tolle Bilder. So etwas würde ich auch gern mal machen. Ist ja echt ein Nervenkitzel mit dem Auto. Ja, und die Landschaft...einfach phänomenal.

 

Wir hatten damals noch nicht so sehr viel Erfahrung mit SUVs, aber der alte Explorer war gut. Was heute so an sogenannten SUVs herumfährt ist für solche Strecken völlig unbrauchbar, oft auch auf leichten Trails schon überfordert. Deswegen fahren wir heute nur noch so etwas wie Jeep Wrangler - aber nicht die völlig überteuerten Leihwagen aus Moab.

 

Die Landschaft an und um das Doll House ist wirklich herausragend. Man muss halt den Aufwand dorthin zu kommen in Kauf nehmen.

 

Tolle Erlebnisse! Ist ja wunderschön da unten! Irre!!

Ja, es ist wunderschön! Wir wollen dort auch nochmal hin, denn in der Gegend gibt es unwahrscheinlich viele Arches, die den meisten Leuten entgehen.

 

Gruss

 

Rolf

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