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Las Vegas - San Francisco (Motorrad) + Denver


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Hallo USA-Fans,

 

nochmals herzlichen Dank für das warme Willkommen hier. 

 

Heute ist Sonntag und ich habe doch tatsächlich etwas Zeit meinen Bericht über unseren bisher besten Urlaub aller Zeiten hier anzufangen. Mal sehen, ob ich noch alles zusammenbringe.

 

Der Südwesten der USA...unendliche Weiten...wir schreiben das Jahr 2012....dies sind die Abenteuer meiner 4-köpfigen Familie auf ihrer 3000km-langen Tour durch den Südwesten auf zwei Harleys...sie drang dabei in Gegenden vor, in welchen schon Massen an Touristen vorher gewesen sind...

 

Wie kommt Ihr darauf, daß ich ein Fan von Star Trek bin ? :yeah:

 

Jetzt aber genug Vorgeplänkel.

 

2012 war das Jahr unserer silbernen Hochzeit. Ein Fest für andere wollten wir nicht geben, da wir ja was zu feiern hatten. Es sollte also etwas besonderes werden.

Schon Jahre vorher hatte ich auf Motorradmessen nach Angeboten Ausschau gehalten, mit einer Harley Davidson durch die USA zu fahren.  In 2011 war dann das Geld da. Unsere Kinder hatten nach ihrem Abitur auch noch nicht die üblicherweise anstehende "große Reise" durchgeführt. Also überredeten wir sie mitzukommen. In 2010 hatten beide den Motorradführerschein gemacht. Unsere Tochter könnte dann auch ihren 21. Geburtstag auf der Route 66 feiern.

 

Der Touranbieter war dann nach einigen Vergleichen gefunden. Zu weiteren Informationen haben wir uns dann bei diesem Anbieter noch eine Multimedia-Show angeschaut, also ein Film über diese Tour, und konnten noch weitere Fragen stellen.

 

Um ganz sicher zu gehen mit den dicken Motorrädern, sind wir kurz vor Weihnachten noch zu einem Harley-Händler in unserer Nähe gefahren zum "Probesitzen". Für meine Frau und mich kamen entweder eine E-Glide (Vollverkleidung mit Koffer, wie so'n fahrendes Wohnzimmer) oder ein Heritage Softail in Frage (Chopper mit Nietenseitentaschen und Windschild). Nachdem ich selbst noch nie so einen "Eisenhaufen" gefahren bin und mir die doch große E-Glide für den Anfang etwas zu schwer erschien, sollte es bei der späteren Tour dann die Heritage Softail sein. Meine Frau konnte Dank Sissy-Bar (gepolsterte Lehne) auch bequem darauf sitzen. Unsere Kinder hatten es da etwas schwieriger. Noch nicht sehr viel Fahrpraxis und dann gleich etwas schweres. Sie hatten sich dann für eine Dyna Low Rider entschieden. Auch ein Chopper aber mit niedrigerer Sitzhöhe, sodaß sie mit beiden Füßen gut auf den Boden kamen. Obwohl wir in diesem HD-Laden kein Motorrad kaufen wollten, wurden wir doch bestens beraten. Diese Motorradtypen hatten wir dann auch bei unserem Touranbieter als bevorzugte Fahrzeuge angegeben.

 

Bei unserem Anbieter hatten wir eine Tour vom 19.08. - 31.08.2012 gebucht, welche von San Francisco über den Süden, dann über die Route 66 - Grand Canyon - Monument Valley - um den Lake Powell - Bryce Canyon - Zion Nationalpark nach Las Vegas gehen sollte.

Aus organisatorischen Gründen wurde diese Tour dann jedoch umgedreht, was sich im Hinblick auf unsere beiden Kinder als Newbies auf einer Harley als besser erwiesen hat.

 

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Im Anschluß an diese Tour wollten wir dann noch einen Bekannten bei Denver besuchen.

 

Wie Ihr sicher selbst nachvollziehen könnt, war dann das Warten auf den endgültigen Reisetermin das Schlimmste.

 

Am 19. August ging es dann endlich los. Von Frankfurt ging es über Philadelphia nach Las Vegas. Die Immigration in Philadelphia hatte dann doch etwas länger gedauert, sodaß wir nach diesen 2 Stunden Aufenthalt gerade noch unseren Anschlußflieger erreichten. In Las Vegas wurden wir dann von unseren Tourguides abgeholt und zum Stratosphere Tower, unserem ersten Hotel gebracht.

 

Für meine Frau war es das erste Mal in den USA. Unsere Kinder hatten Jahre vorher schon einen Schüleraustausch über jeweils 3 Wochen mitgemacht. Ich selbst war in 1998 einmal geschäftlich "drüben" (dazu in einem separaten Bericht später mehr). Aber irgendwie hatte mir die Zeitumstellung ein Schnippchen geschlagen. An sich ging es mir in den folgenden Tagen gut, nur der Appetit wollte nicht so. Naja, Etwas abnehmen war bei mir nicht falsch.

 

In LV blieben wir noch den folgenden Tag, den 20.08. Da meine Frau und ich ein paar Wochen vorher unseren 25. Hochzeitstag hatten, wollten wir, wenn wir schon mal in LV sind, dies auch ganz besonders feiern. Unser Tourguide half uns eine Wedding Chappel zu finden. Es war dann die Graceland Wedding Chappel in welcher wir kurzfristig noch einen Termin an diesem Tag für das sogenannte Renewal Of Vows erhielten. Es sollte dann auch richtig kitschig sein. Also entschieden wir uns für eine Elvis-Zeremonie. Die 20 Minuten der Zeremonie waren zwar nicht gerade günstig (280 USD für die Zeremonie mit Video und 60 USD extra für den Minister), aber es war ein super Gaudi. Ein Elvis-Imitator hat den Minister, also den Offiziellen gemacht. Und dieser Imitator war richtig richtig gut. Er hatte gesungen, den üblichen, bekannten Trautext gesprochen, aber auch den Trautext nochmals mit Titeln von Elvis durchgezogen. Z.B. I'll promise to never step on you blue suede shoes. Unsere Kinder waren die Trauzeugen. Heute wollen sie nichts mehr davon wissen....warum eigentlich nur...

Nach dieser Zeremonie ging es mittags noch etwas durch LV, wie z.B. Hard Rock Hotel, und dann zurück zum Stratosphere Tower.

 

Nachmittags holten wir bei Eagle Rider dann die Motorräder ab. Und da gab es leider für uns eine kleine Überraschung. Das Motorrad für meine Frau und mich war, wie bestellt, eine Heritage Softail. Unsere Kinder hatten jedoch eine Harley, welche nicht so aussah, wie wir sie bei dem HD-Händler ausprobiert hatten. Es war kein Windschild und keine Sissy-Bar vorhanden. Und mit den Füßen kamen sie auch eher spärlich auf den Boden. Sicherheitshalber haben wir dann noch eine zusätzliche Versicherung für unsere Kinder abgeschlossen (0-Selbstbehalt). Die Harley der Kinder war dann doch eine Dyna Low, aber nicht so, wie wir sie in Deutschland gesehen hatten. Naja, es klappte irgendwie. Nur unsere Tochter durfte noch nicht fahren, da die Mietharley erst ab 21 Jahren gefahren werden durfte. Auch auf dem Sozius war es auf dem Bike nicht so prickelnd. Man saß zwar bequem drauf, aber mußte sich die ganze Zeit am Fahrer festhalten. Deswegen lösten wir dieses Problem anders. Unsere Tochter durfte beim Tourguide als Sozia mitfahren. Und unser Sohn hatte dann auch die Möglichkeit sich an das Bike zu gewöhnen.

 

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(Abholen der Bikes)

 

Die erste Tour: Zur Eingewöhnung ging es noch am gleichen Tag raus aus Vegas, kurzer Fotostopp am LV-Schild, in Richtung Hoover-Damm. Dies war auch die erste Erfahrung mit den doch höheren Temperaturen. Begleitet wurden die Touren generell immer von einem Fahrzeug, welches auch einen Hänger für die Koffer zog. So konnten wir, ohne Gepäck auf den Bikes fahren und das Gepäck war doch dabei. Zum Hoover-Damm war das Begleitfahrzeug auch dabei und einige Sozias saßen dann im klimatisierten Auto.

Auf dem Weg zurück nach LV ging es dann, so gg. 18:00 Uhr über den Las Vegas Strip, vorbei an den Hotels. Jetzt kam die Hitze ganz dick. Von oben die Sonne und von unten der heiße Motor....und dann noch Stop'n'Go. Sch...war das heiß!

 

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(zurück über'n Strip)

 

Abends ging es dann nochmals über den Strip. Piraten-Show, Venetian, Vulkanausbruch am Mirage. Die Fontänen am Bellagio hatten wir leider verpaßt.

 

 

21.08.2012 - 1. Tourtag: Las Vegas - Mesquite (138 mls / 210 km)

 

Jetzt ging es offiziell mit den Moppeds los. Koffer in den Hänger des Begleitfahrzeuges eingeladen und wir tuckelten als erstes zu dem Harley-Händler in Las Vegas. Soll angeblich der größte Harley-Laden in den USA sein. Ich muß auch sagen, normalerweise stehen auf dieser Fläche viele Autos. Für die eingefleischten HD-Fans natürlich eine Augenweide und mancher hat sich hier auch was an Zubehör oder Kleinigkeiten eingekauft. Als Honda-Fahrer war die Faszination bei mir dann doch nicht so lang anhaltend und wir sind dann in den nebenan liegenden Supermarkt gegangen und haben und was für die Fahrt eingekauft.

Dann ging es weiter über die 167 zum Valley of Fire. Für mich persönlich eigentlich das erste Highlight. Die Landschaft dort könnte ich mir stundenlang ansehen. Diese erodierten Felsformationen.

Viele sagen, daß Motorradfahren in den USA keinen Spaß machen würde, da es ja nur gerade Straßen gäbe. Auch CB würde hier wiedersprechen. Die Straße ins Valley rein und dann von dem Touristenzentrum weiter war einfach klasse. Gemütliche Schlenker mit dem Reisedampfer machten da echt Laune, dann noch diese gewaltige Landschaft...awesome. Lieder habe ich erst nach unserem Urlaub herausgefunden, daß ganz in der Nähe diese Straße im Valley die Todesszene von Captain Kirks letztem Auftritt gedreht wurde. Wenn ich das nur früher gewußt hätte, hätte ich einen Kranz niedergelegt. ;)

 

Weiter ging es dann über Overton auf die 15 nach Mesquite. Wir hatten am Horizont zwar schon die Wolken gesehen, hofften aber auf Glück. Dennoch fing es dann kurz vor Mesquite an zu tröpfeln. Wir kamen aber dann dennoch einigermaßen trocken bei unserem Hotel Virgin River & Casino an. Nach dem Essen hat sich unsere Jugend noch etwas im Swimming Pool verlustiert. Nachts kam dann der große Regen.

 

 

to be continued...

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Ich dachte, ich "speichere" sicherheitshalber mal ab, bevor die ganzen geistigen Ergüsse verloren gehen.

 

22.08.2012 - 2. Tourtag: Mesquite - Bryce Canyon Pines (192 mls / 309 km)

 

Ihr erinnert Euch noch dunkel. Nachts hatte es stark geregnet in Mesquite. Am Morgen hatte es aufgehört aber die Moppeds mußten erstmal abgetrocknet werden. Ich hatte ein langärmeliges T-Shirt mit ärmelloser Jeansjacke an. Unser Junior versuchte sich mit dem T-Shirt auf dem Bike. Nach den ersten Meilen auf der 15 hatte er dann doch gefroren, da das Wetter noch nicht "auf vollen Touren" lief. Es ging dann rein nach Utah und in Hurricane machten wir Stopp bei einem weiteren Harley-Händler. Hier konnten wir uns dann auch etwas aufwärmen und Junior seine Motorradjacke anziehen.

Weiter ging es dann in den Zion Nationalpark. Für mich einer der schönsten. Erinnert ein bißchen an unseren Pfälzer Wald mit seinen Sandsteinfelsen unter Bäumen. Das war wieder mal eine richtig geile Motorradtour. Schöne Kurven, schöne Aussicht. An einer Parkbucht machten wir kurzen Halt. Ein Bus mit asiatischen Touristen stand gerade dort.

 

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(Stopp mt Asiaten)

 

Eigentlich wollten die weiterfahren, doch als wir dort hielten, kamen die nochmals aus dem Bus raus und wollten Fotos von uns bzw. zusammen mit den Bikes machen. Da machte es auch nix, daß sich so ein Kind auf 'ner Harley mal kurzerhand das Bein verbrannt hat, weil es an den heißen Auspuff gekommen ist. Das muß man sich mal vorstellen: Da fahren Deutsche auf amerikanischen Motorrädern durch die USA und werden von Asiaten fotografiert. Weiter ging es über diese herrliche Strecke.

 

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(durch den Zion-Nationalpark)

 

Nach diesem Park ging es zu einem Abstecher nach Kanab, in welcher angeblich Ronald Reagan Filme gedreht hat. Dort habe ich mir dann auch meine Stetson gekauft. Über die 89 ging es dann wieder Richtung Norden, vorbei am Rock Stop in Orderville, welcher aussieht wie das Eigenheim der Flintstones. Mit vielen verschiedenen Steinen und Mineralien im Angebot.

 

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(unsere Kinder im Flintstone-Mobil vor dem "Rock-Stop")

 

Danach ging es weiter, vorbei am Dixie National Park zu unserer heutigen Endstation in Bryce Canyon Pines.

 

Unser Motel, Bryce Canyon Pines Inn, war wirklich ein gutes Motel. Die Moppeds standen direkt vor der Tür und zum Abendessen ging es ein paar Meter weiter in ein kleines Restaurant mit super Essen (die Cola wurde in einem großen Einmachglas serviert, sowas kenne ich nur von unseren 0,5 L Schoppengläser bei uns in der Pfalz) und morgens auch tollem Frühstück.

 

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(Harleys vor den Zimmern am Bryce Canyon Pines Inn)

 

to be continued...

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au klasse, ... es schon gleich wieder los. Ich lese noch mal komplett mit ... :)

 

Zumal der Text ja schon wieder unterschiedlich ist ;-) Und ein paar Bilder sind auch noch dazugekommen.

 

Und in der Galerie habe ich auch gleich die Bilder reingehängt.

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Hallo Peter,

 

prima Einstieg in deinen Harley-RB :thumbup:

 

Zu wievielt war denn die ganze Gruppe unterwegs? alles Deutsche?

 

LG

 

Claudi

 

@Mods: kann vielleicht einer den thread zu den laufenden RBs schieben? die Reise ist zwar fertig aber der Bericht zum Glück ja noch lange nicht :winki:

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23.08.2012 - 3. Tourtag: Bryce Canyon Pines - Torrey (132 mls / 212 km)

 

Hatte ich schon erwähnt, daß unsere Reisegruppe, außer dem Tourguide und dem Begleitfahrzeug, aus insgesamt 8 Motorrädern (3 x Electra Glide, 4 x Heritage Softail, 1 x Dyna Low Rider) und 15 Reisegästen bestand? Normalerweise werden solche Touren eher von einem älteren Klientel gebucht. Unser Veranstalter hatte sogar schon eine Gruppe mit Teilnehmern so ab 65+. In unserer Gruppe waren außer unseren beiden Kindern noch ein weiteres Ehepaar mit Sohn im gleichen Alter wir unsere und ein Vater mit seinem 14-jährigen Sohn. Die haben den Altersdurchschnitt ganz schön gedrückt.

 

Wo war ich stehen geblieben...ach ja, Bryce Canyon Pines. Da wir schon mal in der Nähe waren ging es morgens erstmal in Richtung Bryce Canyon. Am Bryce Point bot sich uns das nächste phänomenale Naturwunder der USA. Und so kam es, daß neben Touristen mit asiatischem Hintergrund und iPads als Foto auch ein paar "anders" aussehende Deutsche standen und sich an diesem Ausblick nicht sattsehen konnten.

 

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(Bryce Canyon...wer ihn noch nicht gesehen haben sollte)

 

Von diesem Aussichtspunkt ging es dann noch zu einem weiteren Parkpkatz am Canyon und zwar am Sunset Point. Die besonders fitten Reiseteilnehmer wagten dann einen Abstieg in den Canyon rein. Ich dachte auch, da muß man mal drin gewesen sein. Nur, nach dem Abstieg kommt der Aufstieg. Ok, wieder 50 EUR für's Fitness-Studio gespart. Aber beeindruckend war es allemal.

 

Nach ein paar Squirrel-Fotos am Parkplatz ging es weiter über die 12 durch das Grand Staircase Escalante National Monument und den Calf Creek View Point. War die Straße ab dem Bryce Canyon doch wieder mehr was zum Cruisen, boten sich vor dem Calf Creek View Point doch ein paar schöne Kurven zum Pendeln. Nach einer kurzen Rast am View Point ging es dann auch schon weiter, da sich am Horizont wieder "feuchte" Wolken ankündigten. Am Burr Trail Trading Outpost machten wir dann nochmals eine Regenrast.

 

Dummerweise war unsere Familie die einzige ohne Regenklamotten. Der Regen hielt sich zwar in Grenzen, also es schüttete nicht, aber es macht dennoch keinen Spaß ohne "Ganzkörperkondom" bei Regen zu fahren. Da hatten wir doch tatsächlich etwas in der Info unseres Reiseveranstalters überlesen. Naja, das nächste Mal wissen wir Bescheid.

 

In einer Regenpause ging es dann weiter auf das letzte Stück Richtung Torrey. Über den Boulder Mountain, durch dessen Birkenwälder hat es dann auch wieder richtig Spaß gemacht mit dem Mopped über mehr oder weniger kurvige Straße zu fahren, trotz Nieselregen.

Abwärts ins Tal des Capitol Reef ließ das Regenwetter auch wieder nach und man sah wieder die roten Felsen bei tollem Sonnenschein.

Dort zogen wir in das Howard Johnson-Hotel ein. Bis dato sagte mir dieser Hotelname nichts. Erst später in einer Folge der Serie "Mad Men" habe ich erfahren, daß Howard Johnson schon in den 60er Jahren ein Name war.

 

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(Blick vom Hotel auf das Capitol Reef)

 

Nach dem Beziehen der Zimmer hatten wir dann auch unsere erste Begegnung mit der Hotelwaschmaschine. Ich muß sagen, eine äußerst praktische Einrichtung. Man kann fast nichts falsch machen :winki: .

Abends haben wir dann alle gemeinsam Pizza geholt und saßen vor unseren Zimmern und aßen, tranken Bier oder Whisky und manche haben auch das kostenlose WLAN für die neuesten Nachrichten von zuhause ausprobiert.

Einen kleinen Abstecher machten wir noch zu Fuß zu einem gerade mal 200m entfernten kleinen Wasserfall. Hier konnte man sehen, daß der Regen, welchem wir unterwegs begegnet sind, mit diesen Flash Floods doch ganz schön was anstellen kann. Das meiste Wasser war schon wieder vorbei, doch hätte es nicht geregnet, wäre es nur ein Rinnsal gewesen.

 

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(Wasserfall hinterm Hotel)

 

to be continued...

 

 

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24.08.2012 - 4. Tourtag: Torrey - Mexican Hat (249 mls / 401 km)

 

Nach dem Packen und Verstauen aller Koffer und einem Gruppenfoto ging es dann los über die 24. Zuerst zu einem Abstecher zum Gifford Farmhouse. Wie sagte unser Tourguide: "Wir besuchen die Waltons". Interessant fand ich das satte Grün inmitten dieser Schlucht.

 

Wieder auf'm "Bock" folgten wir der Straße und sahen, wie sich das Rot der Felsen in ein helles Grau verwandelte. Unser nächster Stopp war Factory Butte (ich weiß bis heute nicht, wie "Butte" richtig ausgesprochen wird und was es eigentlich bedeutet). Es ist ein weites graues Tal, welches scheinbar oft von Quadfahrern zum Austoben benutzt wird. Sieht aus wie eine Mondlandschaft. Lt. Reiseleitung wurden hier im Jahr zuvor Filmaufnahmen gemacht.

 

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(Factory Butte)

 

Zuhause in Deutschland hatte ich dann mal recherchiert. Es waren Aufnahmen zu dem Kinofilm "John Carter - Zwischen zwei Welten". Diesen Film hatte ich selbst auch gesehen. Natürlich haben wir uns diesen auf DVD besorgt und dann auch diese Location im Film gefunden.

 

Hier mal noch die Bikes, auf welchen wir umhergezogen sind:

 

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("Kinder-Harley" Dyna Low Rider)

 

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("Eltern-Harley" Heritage Softail)

 

Nach ein paar schönen Fotos in dieser doch etwas anderen Umgebung ging es weiter bis nach Hanksville zum Tanken und kurzer Essenspause. Von dort folgten wir der 95 Richtung Süden zum Lake Powell. Nach einem längeren, ziemlich geraden Straßenverlauf wurde es dann auch wieder interessant für Motorradfahrer, d.h. die Straße zum oberen Ende des Lake Powell hatte ein paar Kurven für uns übrig.

 

Hier ein Eindruck, wie das auf'm Mopped so aussieht. Vlt. den Ton etwas runter drehen, da man doch das Windgeräusch hört.

 

 

Von der Spitze des Lake Powell ging es dann weiter zum nächsten Halt an der Ranger Station von Hite. Da brezelte unser Stern mal wieder heftigst von oben runter. Ein Schüler/Student saß in der Station und schlug die Zeit tot mit Bücher lesen. Wahrscheinlich hat der sich auch gefreut, mal etwas Abwechslung mit deutschen Touristen zu haben.

 

Der Flüssigkeitshaushalt war wieder ausgeglichen und die Motorräder trugen uns weiter entlang des White Canyon, vorbei an den Felsformationen Jacobs Chair und Cheesebox zum Natural Bridges National Monument. Dort tuckerten wir einmal rund um diesen Bridge View Drive und hielten an veschiedenen Stellen zum Knipsen (warum mußte ich hier nur an Japaner denken :hmmmm: ).

 

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(Owachomo Bridge)

 

Gern wäre ich hier mal zu Fuß durch das Gelände gestiefelt.

 

Aber wir fuhren dann jedoch weiter. Die 95 macht einen Bogen in Richtung Süden, führt dann gerade einem Felsmassiv entlang nach oben und biegt dann wieder Richtung Norden ab. Auf diesem Teilstück an diesem Massiv entlang hat unser Sohn doch tatsächlich ein Kaninchen überfahren. Dieses wollte wohl kurzfristig die Straße überqueren und schaffte es dann nicht mehr. Das war für ihn schon ein leichter Schock, zumal wir selbst zuhause zwei Kaninchen haben. Es ist jedoch nichts groß passiert. Ich hatte es selbst nicht mal bemerkt, erst bei unserem nächsten Halt bei den Twin Rocks in Bluff erfuhr ich davon.

Nach Bluff sind wir über die 191 gefahren. Über die 261 wäre es zwar kürzer gewesen, aber den Moqui Dugway mit schweren Harleys von oben nach unten zu fahren bedarf schon etwas an Beherrschung der Maschine. Von unten nach oben zu fahen wäre etwas einfacher gewesen, aber das war nicht unsere Richtung.

 

Nach den obligatorischen Fotos und Feuchtigkeitsaufnahme ging es über die 163 weiter zum nächsten Wow-Effekt: Gooseneck. Tja, und auf dieser Strecke geschah dann etwas erwartetes unerwartetes: Der Auspuff von der Maschine unserer Kinder fiel ab. Was war passiert? Wir hatten in der Gruppe eine bestimmte Reihenfolge der Motorräder. Zuerst der Guide, dann kam die Maschine unserer Kinder, auf welcher unser Sohn alleine saß, dann kam das Motorrad mit dem anderen Jugendlichen, dann ein weiterer Mitreisenden und dann unsere Maschine. irgendwann nach dem Abzweig nach Gooseneck hörte ich ein etwas lauteres Motorrad, machte mir aber seltsamerweise keine Gedanken. Als wir in am Gooseneck ankamen erzählte unser Sohn, daß er einen Schlag ans rechte Bein bekam und das Motorrad dann lauter wurde. Aber auch hier hatte er nocht nicht bemerkt, daß der Auspuff bzw. die Endrohre abgefallen waren. Erst als wir am Gooseneck ankamen fiel das komplette Ausmaß auf.

 

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(Gooseneck - der Ort der Harley-Metamorphose)

 

Nicht-Harley-Fahrer witzeln in der Motorradszene immer etwas über diese Marke. Es ist als Schrauber-Bike gebrandmarkt, weil man immer sein Bordwerkzeug zum Festziehen der Schrauben dabei haben muß.

 

Wir wissen bis heute nicht, was genau den Auspuff abgehauen hat, aber alle anderen Harleys liefen während der ganzen Fahrt einwandfrei und waren saubequem.

 

Es wurde dann beschlossen, daß der Großteil der Gruppe weiter zum Hotel Hat Rock Inn nach Mexican Hat fährt und der Tourguide zusammen mit einem anderen Teilnehmer nach dem abgefallenen Auspuff sucht.

 

Mexican Hat gehört auch eher zu den verschlafenen Punkten unserer Reise. Das Hotel dort war sehr einfach. Die Zimmer schon älter. Aber dennoch alles sehr sauber.

 

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, kam auch die Nachhut mit dem tatsächlich gefundenen Auspuff. Zusammen mit dem Guide dengelten wir die Tüten wieder ans Bike. Auch hier erstaunte mich abermals die Technik von Harley Davidson bzw. mehr das Bordwerkzeug. Wir konnten leider nur eine von den beiden Schellen der Endschalldämpfer lösen. Bei der zweiten hatte der Gabelschlüssel des Bordwerkzeugs entschieden der Klügere von uns zu sein und hat unserer Kraft einfach nachgegeben. Was macht mann dann in so einer Situation? Man bedient sich der einfachsten Mittel. Mit Hilfe eines flachen Steins haben wir dann die Auspuffrohre einfach wieder draufgekloppt. Es hielt und hatte dazu noch einen Vorteil, von welchem ich Euch später berichten möchte.

 

Nach so viel Aufregung (oh my god!) hatten wir uns unser Bad im hoteleigenen Pool verdient. Das war auch schon seltsam. Man liegt und planscht in einem hellblauen Pool und drumherum ist nichts als roter Staub und Felsen.

 

Abends ging es dann noch zu einem Grill. Manche von Euch kennen ihn vielleicht. Dort sitzt man teilweise im Freien und man bekommt sehr einfaches aber leckeres Essen serviert.

 

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(Das war die Küche - leider nicht scharf...ich meine das Bild)

 

Alleine dem Koch zuzusehen war das Geld schon wert.

 

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(und das war der dazugehörige Burger)

 

Also wieder ein erlebnisreicher Tag in allen Ausprägungen.

 

to be continued...

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Hier einmal ein großes Kompliment an die Admins. Die Technik dieses Forums hier hatte ich bisher noch nicht gesehen, dennoch ist diese sehr intuitiv. Wie Ihr an meinem vorherigen Beitrag gesehen habt, habe ich es sogar geschafft, ein Filmchen einzubauen.

 

:sdanke:

 

25.08.2012 - 5. Tourtag: Mexican Hat - Page (156 mls / 251 km)

 

Heute war es dann soweit. Zwei große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus:

 

  1. unsere Tochter stieg zum ersten Mal als Fahrerin auf's Mopped. Und das, obwohl sie an diesem Tag noch keine 21 Jahre alt war...also pssst...nicht weitererzählen
  2. heute war Monument Valey dran

Bevor wir losfuhren, drehte ich mit unserer Tochter erstmal eine klitzekleine Runde zum Eingewöhnen, dann ging es aber auch schon gleich los.

 

Ihr könnt Euch noch an den angesprochenen zweiten Vorteil des wieder angedengelten Auspuffs erinnern? Nun, die Motorradreihenfolge war ja bisher die folgende: Tourguide - Kinder-Bike - Bike 2. Jugendlicher - weiterer Teilnehmer - Eltern-Bike. Dieser weitere Teilnehmer in der Reihenfolge direkt vor uns war ein älteres Ehepaar mit einer Electra Glide, welches die Kurven, waren sie auch noch so einfach, "sehr bedacht" anging. D.h. wo ich eigentlich hätte flott und dennoch gemütlich durch eine Kurve fahren können, und es der Guide selbst auch gemacht hat, mußte ich jedes Mal abbremsen. Motorradfahrer können dies nachvollziehen. Aufgrund des abgefallenen Auspuffs hatten viele jetzt Angst, daß dieses Teil wieder abfällt und hielten mind. 300 m Abstand zum Bike unserer Kinder. Das habe ich ausgenutzt und einfach meinen Vordermann überholt. Schon konnte ich flotter um die Kurven fahren. Der Auspuff hielt bombenfest und nach ein paar Tagen haben sich die anderen Mitfahrer dann auch wieder etwas näher herangetraut. Aber die neue Reihenfolge ist dann geblieben. :nummer1:

 

Auf der langen Straße zum Monument Valley haben wir als Motorradgruppe dann auch unsere gestellten Bilder aufgenommen, d.h. die einschlägig bekannten Felsen im Hintergrund und auf die Kamera zufahren. Die Straße war kaum befahren, also konnte man sich soetwas erlauben.

 

Im Monument Valley selbst nahmen wir dann nicht an dieser Fahrt mit den Indianern ins Valley rein teil. Wir blieben am Visitor Center, plünderten dort ein wenig und verbrachten dann die Zeit, bis die anderen wieder eintrafen auf der Terrasse. Wir genossen einfach den Ausblick auf das Tal. Und ich konnte meinen in Kanab gekauften Stetson mal wieder ausprobieren.

 

Die Bilder dieser Gegend kennt man ja schon zu genüge. Aber das folgende Bild, kennen auch nur diejenigen, welche schon dort waren.

 

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(wer mehr zu diesem Film wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Ringo_%281939%29)

 

Wir überliesen die Navajos dann sich selbst und fuhren weiter über die 163, an Kayenta vorbei. Nein, an Kayenta fuhren wir nicht vorbei. Wir hielten dort um einmal richtig amerikanisch zu essen...McDonald's war der Name des Edelrestaurants. Und hier bekamen wir dann auch live mit, wie arm manche der Indianer dort leben.

 

Weiter ging es über die lange, gerade Straße der 98 nach Nordwesten nach Page zu unserem Motel Travelodge. Hier ist mir das erste Mal aufgefallen, wie schnell sich ein Parkplatz eines Motels bis zur Nacht füllen kann. Am Ortseingang ist mir noch aufgefallen, wie viele verschiedene christliche Gemeinden es dort gab. Wir sind an 12-13 direkt nebeneinander liegenden Gemeindehäusern vorbeigefahren. Halleluja!

 

Nach einem kühlenden Bad im Motel-Schwimming-Puhl, konnte man nachmittags noch an einer Tour zum Antelope Canyon teilnehmen. Wir fuhren mit den Mopeds und diesmal in etwas leichterer Kleidung zu einem Touranbieter in der Stadt. Von dort aus ging es auf der ausgebauten Ladefläche eines Pickup bis zum Eingang des Canyons. Von der Straße bis zum Canyon war die Fahrt auf diesem doch sehr, sehr sandigen Boden fast wie eine Fahrt auf der Achterbahn. Der Pickup mußte merklich arbeiten um sich und seine Ladung durch den lockeren Sand zu schaufeln. Aus diesem Grund ging es auf der Ladefläche auch mehrfach auf und ab, fast wie auf einem bockenden Esel. Wobei, ich saß noch nie auf einem bockenden Esel.

 

Im Canyon angekommen erzählte unser Guide, eine ältere indianische Frau, dann auch gleich einiges über die verschiedenen Bilder, welche man durch die Auswaschungen innerhalb des Canyons aus verschiedenen Blickwinkeln sah. Sieh zeigte diese nicht nur durch ihren Laserpointer, sondern half auch jedem Fotografen die Kamera so einzustellen, daß man das Foto richtig aufnahm. Sie kannte sich wirklich mit jedem Foto aus. Noch wenige Tage zuvor strömte in diesem Canyon das Wasser in Massen mit ganzer Wucht durch. Jetzt lag dort nur trockener Sand und im oberen Bereich des Canyons konnte man hier und da einges an Treibholz festgeklemmt sehen. Kaum vorstellbar das alles.

 

Mit 'ner Schaukeltour ging es dann wieder zurück zur Straße (da darf man wirklich nicht mit dem Auto im Sand stehen bleiben, sonst wird das nix mehr mit Anfahren) und dann zurück nach Page. Unsere Familie fuhr dann zu einer Pizzaria-Kette zum Essen.

 

Da unsere Tochter ja in den nächsten Tagen Geburtstag hatte, wollten wir ihr eine Pinata schenken. Meine Frau und ich fuhren nach dem Essen, es war schon dunkel, mit dem Motorrad etwas die 89 runter. Jedoch scheinbar nicht weitgenug. Denn als wir wieder umgekehrten und im Motel waren, trafen wir unseren Tourguide und erzählten unsere Idee. Zusammen mit dem Guide fuhren wir nochmals diese Strecke und kamen dann etwas weiter zu einem Walmart. Dort fanden wir eine Pinata, allerdings nicht so eine, wie man sie sich normal vorstellt. Also eine in einer Tierform. Unsere war nur ein simpler beklebter Karton. Noch ein paar Süssigkeiten eingekauft und es ging wieder zurück. Netterweise durften wir diese Überraschung so lange im Anhänger des Begleitfahrzeuges verstecken.

 

Abends gab es noch einen Absacker im Lounge-Eck unseres Motels.

 

to be continued...

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... was ist nochmal gleich eine Pinata? *schäm*

Dafür für Euch diese Info:

Butte spricht man in etwa "Bjuut", so ähnlich wie das englische "cute".

Ein Butte ist so etwas wie eine "plötzliche" Erhebung, ein monumentales Felsmassiv, z.B. wie die "Dinger" im Monument Valley....

Im übrigen... ich finde Deinen Bericht total spannend...

Wir waren ja auch schon mal in der Gegend, aber als Biker nimmt man alles natürlich nochmal ganz anders wahr...

Cool!

Gruß, Tinchen

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Hallo Tinchen,

vielen Dank fürs Schließen der Wissenslücke. Das ist sehr gut erklärt.

Eine Piñata ist mormalerweise ein Tier, ich meine oft auch ein Esel, aus Pappmaché, welches mit Süßigkeiten gefüllt ist. Dieses wird aufgehängt und das Geburtstagskind versucht dann mit verbundenen Augen dies mit einem Stock zu treffen.

Ja, auf einem Motorrad "erfährt" man die Umgebung ganz anders. In eine Cabrio ist man ja schon "nah dran". Aber ohne einen "Käfig" ist das nochmals intensiver. Allerdings hat man dann keine Klimaanlage.

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Sehr interessant eure Tour. Da habt ihr ja einiges erlebt, obwohl so einen abgefallenen Auspuff braucht man ja nicht unbedingt. Gut das ihr ihn wieder dran bekommen habt und das ganze dann auch gehalten hat.

 

Bin gespannt, wie die Pinata-Überraschung ankommt :woot:

 

Das Video läuft bei mir allerdings nicht, da kommt eine Meldung, dass es privat ist.

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Danke für die Info, Heike. War das erste Mal, daß ich da was zu Jutjub hochgeladen hatte. Wollte nicht gerade die ganze Welt darauf stupsen. Aber scheinbar ist es dann doch zu privat geworden. Ich versuche das abzuändern.

 

Probiere es bitte jetzt einmal mit dem Video.

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26.08.2012 - 6. Tourtag: Page - Wiliams (206 mls / 331 km)

 

Der Tag, an dem der Regen kam.

 

Heute stand als Highlight der Grand Canyon auf dem Programm. Zuerst sind wir jedoch zum Glen Canyon Dam gefahren. Einmal rein ins Visitor Center und den Damm und seine Geschichte bestaunt. Das Modell des ganzen Lake Powell fand ich toll. Draußen vor der Tür gab es noch ein paar versteinerte Fußabdrücke von Dinosauriern. Dieser Spezies bin ich auch etwas angetan....sind wir doch fast gleich alt :winki:

 

Über die 89 ging es dann weiter. Ja, damals war sie noch befahrbar. Kurz nachdem wir durch eine Schneise der Berge durchkamen, hielten wir auf einem Parkplatz und genossen mal wieder die unendlichen Weiten des....nein, nicht des Universums, die unendlichen Weiten des Westens. Dieser Ausblick ist auch eines meiner heutigen Hintergrundbilder auf meinem Rechner. Bei so etwas kann ich mich einfach nicht sattsehen.

 

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(Stopp an der 89)

 

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(Blick von dieser Stelle in Richtung Westen)

 

 

Frisch gestärkt mit Flüssigkeiten ging es weiter Richtung Süden nach Cameron. Dort fielen wir gemeinsam in diesem indianischen Crafts & Arts Shop & Dining Room ein. Die Einrichtung des Restaurants sieht ja wirklich klasse aus. Mein Magen war immer noch nicht auf seiner höchsten Kapazität angekommen. So nahmen meine Frau und ich je einen halbem Mini-Tacco. Und das war mir noch zu viel. Das die Amis das auch immer alles übertreiben müssen. Tja, so sind sie eben.

 

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(halber Mini-Tacco)

 

Neben unseren Mägen wolten auch unsere Eisenpferde etwas Futter. Daher nochmals an der dortigen Tankstelle etwas Geld gelassen und weiter führte uns die Straße. Und dann kam ein schlechter Begleiter. Kurz bevor wir auf die 64 Richtung Westen zum Grand Canyon abbogen, zogen dunkle Wolken auf. Wir hielten am Straßenrand um uns den Gegebenheiten anzupassen. Hatte ich schon erwähnt, daß unsere Familie keine Regenkleidung dabei hatte? Nur die leichten Motorradjacken. Meine Frau und unsere Tochter fuhren dann, wie die meisten Sozias, im Begleitfahrzeug mit und unser Sohn und ich quälten die Harleys durch den Regen. Bzw. wir quälten uns. Das Kinderbike hatte ja keine Windschutzscheibe. Das rächte sich jetzt. Ich konnte mich noch, halbwegs geduckt, hinterm Schild vor dem Regen verstecken. Aber es wurde ja nicht nur naß, sondern auch kühler. Hatten wir vorher 30°C, ging es doch schon mal mindestens 10 Grad runter.

 

Bei unserem nächsten Halt am Desert View Visitor Center versuchten wir dann aus unserem Kofferhänger noch ein paar einigermaßen trockene Kleider zu fischen. Bei unserem Sohn hat es regelrecht durchgeschlagen. Er wringte sogar seine Socken aus. Im Visitor Center selbst versuchten wir uns etwas aufzuwärmen. Doch das klappte nicht so recht. Erstens haben die Amis da ja immer die Klimaanlage laufen, zweitens liefen mit unseren feuchten Kleidern da drin die Fenster an, also nochmals die Klima einige Stufen höher gedreht...hatte ich zumindest den Eindruck. :pupillen:

Danach haben wir von unserer Tochter erfahren, daß sie an diesem Platz bis vor an die Kante gelaufen ist. Das hatten wir gar nicht mitbekommen. Sie hat so eigentlich unsere einzigsten Bilder vom GC geschossen.

 

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(Grand Canyon zwischen Regen und Sonnenschein)

 

Die Wolken rissen etwas auf und wir setzten unsere Fahrt fort. Abe zu früh gefreut. Es kam nochmals ganz dicke und es wurde noch kälter. Wir hatten ca. 12 - 15°C und der Regen kam fett runter. Unser Tourguide meinte später, daß er den GC in seinen vielen Jahren als Guide noch nie bei Regen gesehen hatte -> sag niemals nie. Bei dieser nicht sehr schönen Fahrt habe ich unseren Sohn bewundert. Halbschalenhelm, kleine Sonnenbrille, Halstuch über die Nase gezogen, kein Windschild. So "ritt" er über die Straße. Er wurde sehr schnell zum echten Biker. Ich habe im später, vor lauter Respekt, erlaubt, mich Weichei zu nennen, weil ich immerhin ein Windschild hatte. Hätte ich das nur nicht gemacht. Das Recht mich so zu nennen nimmt er sich jetzt ziemlich oft raus. :patsch:

 

Auf der Strecke zu unserem nächsten Halt konnten wir ab und zu, wenn die Straße nah genug herankam und keine Bäume die Sicht versperrten, einen Blick in das riesige Loch erhaschen. Wir machten in einer klitzekleinen Regenpause nochmals einen 5-Minuten-Stopp am Verkamp's Visitor Center. Kurzer Schwenk mit der Videokamera über die Schlucht und wieder auf's Mopped.

Einige von uns, darunter auch wir, hatten einen Heli-Flug über den Canyon gebucht. Dieser fiel aufgrund des schlechten Wetters, es blitzte, hagelte und donnerte sogar, vollkommen aus.

 

Das war, mehr oder weniger unser Erlebnis am Grand Canyon. Nix als schlechtes Wetter und kaum was von diesem größten "Baggerloch" der Welt gesehen. Ein Grund mehr irgendwann wieder "rüberzumachen".

 

Nach dem Verlassen des Nationalparks, die 64 kerzengerade gen Süden, klarte es dann etwas auf. Wir sahen sogar einen Regenbogen. In Wiliams holten die Wolken dann nochmal einen Rest Wasser aus ihren Taschen. Gott sei Dank hörte es aber an unserem Hotel Days Inn dann wieder auf zu regnen, damit wir unsere Taschen und Koffer auf's Zimmer bringen konnten.

 

Im Hotel war dann "Operation Föhn" angesagt. Die feuchten und nassen Kleider kamen in den Trockner, welcher an diesem Abend Überstunden machte. Die Schuhe wurden von meiner Frau im Bad trockengeföhnt. Rechte Hand ein Buch, linke Hand der laufende Föhn.

Unsere Kids gingen in den überdachten Hotel-Swimmingpool und wärmten sich im Sprudelbad auf.

 

Nachdem die Kleider und Schuhe einigermaßen trocken waren, hatten wir natürlich Hunger. Einige unserer Gruppe gingen in die City von Wiliams in eine scheinbar richtig gute Grillbar. Wir zogen es jedoch vor ins neben dem Hotel gelegene Denny's zu gehen. Auch einige unserer Gruppe trafen wir dort. Wir waren mit dem Angebot und der Qualität des Essens zufrieden. Später kamen sogar noch eine Art von Amish People zum Essen rein. Das mußte irgendeine abgeschwächte Art der Amish gewesen sein. Es waren mindestens 10 Personen und sie hatten alle türkisblaue Hemden oder Kleider an. Die Frauen mit Haube und die Männer mit Bärten. Ein Diner und Amish, amerikanischer ging es jetzt nicht mehr.

 

Müde von diesem Tag fielen wir in die Betten. Der nächste Tag brachte ein weiteres Highlight. Ein Traum für jeden Roadie: Die Route 66.

 

to be continued...

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